Kategorie: Psoriasis-Arthritis

Ernährung PSA

Ausgewogen und bewusst genießen1-4

Die richtige Ernährung bei Psoriasis-Arthritis gibt Ihnen neben Sport und Bewegung eine weitere Möglichkeit, die Therapie Ihrer Erkrankung ganz bewusst zu unterstützen.

Doch was versteht man unter „richtiger Ernährung“? Eine einfache Antwort, die für jeden passt, gibt es darauf nicht. Vielmehr geht es darum, Ihren Speiseplan bewusst mit einer gesunden, ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung zu gestalten.

Für Ihre Psoriasis-Arthritis sollten sich die Nährstoffe im Essen auch positiv auf die Entzündungen der Gelenke auswirken. Tatsächlich gibt es Lebensmittel, die entzündungshemmende Eigenschaften haben und somit Ihr Krankheitsbild verbessern können. In der folgenden Übersicht sehen Sie, welche Lebensmittel reich an welchen Nährstoffen sind:

Omega-3-Fettsäuren

  • Fisch aus anerkannt nachhaltiger Herkunft, z. B. Lachs, Makrele, Hering
  • Pflanzliche Öle, z. B. Rapsöl, Walnussöl, Sojaöl

Antioxidantien:

Carotinoide

  • Eier
  • Gemüse, z. B. Karotten, Tomaten, Paprika, Spinat, Grünkohl
  • Obst, z. B. Aprikosen, Melonen

Vitamin C

  • Paprika, grünes Gemüse, Erdbeeren, etc.

Vitamin E

  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Gemüse, z. B. Paprika, Zucchini, Tomaten
  • Fette und Öle, z. B. Olivenöl, Rapsöl

Polyphenolische Antioxidantien
(Resveratol und Flavonoide)

  • Tee, Tofu, Oregano, Zimt, etc.

Grundsätzlich versorgen Sie Obst und Gemüse reichlich mit Nährstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen – hier gilt die Regel „5 am Tag“. Davon sollten 3 Portionen Gemüse sein und 2 Obst. 1 Portion entspricht dabei etwa Ihrer eigenen Hand.

Milch und Milchprodukte wie Joghurt und Käse liefern:

  • gut verfügbares Protein,
  • Vitamin B2,
  • Calcium.

Besonders eine ausreichende Zufuhr von Calcium ist für Psoriasis-Arthritis und Psoriasis (Schuppenflechte) – Patienten besonders wichtig. Falls Sie Milchprodukte nicht vertragen oder vegan leben, sollten Sie auf alternative Calciumlieferanten zurückgreifen wie z. B. calciumreiches Mineralwasser oder Gemüse wie Brokkoli und Grünkohl. Auch Nüsse versorgen Sie mit viel wertvollem Calcium.

Getreideprodukte sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der vollwertigen Ernährung. Speziell in der Vollkornvariante enthalten sie mehr Nährstoffe als Weißmehlprodukte und sind reich an

  • Ballaststoffen,
  • Vitaminen und
  • Mineralstoffen.

Eiweißlieferanten wie Fleisch und Eier enthalten zwar lebensnotwendige Mineralstoffe (Eisen, Selen und Zink) und wertvolle Fettsäuren, dennoch empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. einen zurückhaltenden Verzehr. Denn Fleisch und insbesondere Wurst enthalten auch ungünstige Inhaltsstoffe, wie etwa entzündungsfördernde Arachidonsäure.

Auch übermäßiges eigenes Körperfett, v. a. am Bauch, triggert Entzündungsprozesse und übt zusätzlichen Druck auf schmerzende Gelenke aus. So können Beschwerden oftmals schon durch Gewichtsreduktion gelindert werden.

Zuckergesüßte Lebensmittel sind meist nährstoffarm und enthalten unnötige Kalorien. Daher sollten Sie Zucker möglichst vermeiden oder nur in geringen Maßen genießen. Versuchen Sie doch mal, Ihren täglichen Kaffee oder Tee mit weniger Zucker zu süßen – verringern Sie die Menge jeden Tag ein bisschen. Sie werden sehen: Ihr Geschmackssinn wird sich daran gewöhnen und Ihr Körper wird es Ihnen danken.

Vergessen Sie auch nicht ausreichend zu trinken: jeden Tag mindestens 1,5 Liter Wasser oder andere kalorienfreie Getränke wie ungesüßten Tee.

Führen Sie ein Ernährungstagebuch

Welche Lebensmittel tun mir gut und auf welche reagiere ich mit einer Verschlechterung meiner Symptome? Beantworten Sie sich diese Frage ganz einfach mit Ihrem persönlichen Ernährungstagebuch.


Sport & Bewegung PSA

Wer rastet, der rostet1

… dieses Motto gilt auch für Sie als PsA-Patient. Regelmäßige Bewegung und Sport bei Psoriasis-Arthritis leisten einen wichtigen Beitrag zur Linderung Ihrer Symptome.

Hier nur einige wichtige Gründe, warum Bewegung trotz beziehungsweise gerade wegen der Erkrankung so wichtig ist:

  • Entlastung Ihrer Gelenke durch gezielten Muskelaufbau
  • Entlastung Ihrer Gelenke durch Gewichtsreduktion
  • Bewegung baut Stress ab und verbessert das Immunsystem
  • Vorbeugung von Herz-Kreislauf- Erkrankungen
  • Positive Auswirkungen auf die Psyche

Sie fragen sich, welcher Sport bei Psoriasis-Arthritis geeignet ist? Das kommt neben Ihren persönlichen Vorlieben auch auf Ihre momentane Krankheitsaktivität an. Die Bewegung sollte Ihnen einfach guttun und Spaß machen, auf keinen Fall zusätzlich Schmerzen bereiten. Sind gerade viele Gelenke entzündet und schmerzen, empfehlen Rheumatologen etwa eine Bewegungstherapie im Wasser. Diese schont die Gelenke und sorgt trotzdem für gesunde Bewegung.

Allgemein eignen sich Sportarten mit langsamen Bewegungsabläufen, wie z. B.

  • Nordic Walking
  • Wandern
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Yoga

Dabei sollten die Belastungen kurz aber regelmäßig sein. Mit der Zeit können Sie so die Beweglichkeit Ihrer Gelenke verbessern und Schmerzen verringern.

Wenn Sie sich körperlich belastbar fühlen und gerade nur einzelne Gelenke betroffen sind (z. B. ein Fingergelenk), können Sie mit der nötigen Vorsicht auch andere Sportarten ausüben (z. B. Joggen, Fußball oder Badminton spielen).

Falls Sie jedoch zusätzlich an einer Psoriasis der Haut (Schuppenflechte) leiden, sollten Sie bei starker Ausprägung übermäßige Schweißbildung vermeiden.

Mit der Zeit lernen Sie Ihren Körper immer besser kennen und können gut beurteilen, was Ihrem Körper guttut und was nicht. Bei Fragen und Bedenken ist Ihr behandelnder Arzt immer Ihr richtiger Ansprechpartner.

Hier noch einige Tipps, wie Sie in Ihren Alltag ganz einfach mehr Bewegung einbauen können:

  • Fahren Sie mit dem Rad zur Arbeit oder gehen Sie
  • Gehen Sie in der Mittagspause eine Runde spazieren
  • Nehmen Sie die Treppe, anstatt die Rolltreppe oder den Fahrstuhl
  • Erledigen Sie Ihre Einkäufe zu Fuß oder mit dem Rad und lassen Sie das Auto in der Garage

Psoriasis-Arthritis & Psyche PSA

Streicheleinheiten für die Seele1-3

Psyche und Psoriasis-Arthritis wirken aufeinander ein. Die Erkrankung kann selbst ohne stärkere Beschwerden eine Belastung für die Psyche darstellen. Bei Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die den Alltag erschweren und behindern, oder bei offensichtlicher Hautbeteiligungen im Gesicht oder an den Händen, wird diese Belastung weiter verstärkt. Dieser sogenannte psychische Stress spielt bei der Psoriasis-Arthritis, sowie der Psoriasis der Haut (Schuppenflechte) eine große Rolle und kann oftmals Auslöser eines erneuten Krankheitsschubes sein.

Ein erneutes Aufflammen der Beschwerden bedeutet wiederum psychischen Stress – ein Teufelskreis, aus dem es auszubrechen gilt. Aber wie, wenn sich alles um die Erkrankung dreht?

 

Tun Sie aktiv etwas gegen psychischen Stress!

Sport und Bewegung gehören zu den wichtigsten Hilfsmitteln gegen psychischen Stress und sind leicht in den Alltag zu integrieren. Bewegung baut Stresshormone ab und setzt Glückshormone frei. Sollten Sie momentan an stärkeren Schmerzen in den Gelenken leiden, empfehlen sich Aktivitäten mit langsamen Bewegungsabläufen – am besten an der frischen Luft (z. B. Spazieren gehen oder Radfahren).

Entspannung baut Stress ab und Sie können Ihre Seele baumeln lassen. Jeder hat seine eigenen Entspannungsrituale – hier einige Beispiele wirksamer Methoden:

  • progressive Muskelentspannung nach Edmund Jacobson
  • Meditation
  • Autogenes Training


Achten Sie zudem auf ausreichenden und erholsamen Schlaf.

Es gibt eine Reihe kostenloser Apps, die zur Entspannung im Alltag wesentlich beitragen bzw. auch das abendliche Einschlafen erleichtern können.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Psyche unter Psoriasis-Arthritis leidet und die Erkrankung beginnt, Ihr Leben und Ihren Alltag zu bestimmen, sollten Sie unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt darüber sprechen. Nutzen Sie als Hilfsmittel den PHQ-2-Fragebogen (Patient Health Questionnaire-2) und beantworten Sie darin Fragen zu Ihrem derzeitigen Befinden. Ihre Selbsteinschätzung kann Ihrem Arzt helfen, Ihre Beschwerden besser zu verstehen und Sie dabei zu unterstützen einer depressiven Verstimmung entgegenzuwirken. Nutzen Sie auch unseren interaktiven Patientenfragebogen, der Sie optimal auf das Arztgespräch vorbereitet.

Für weitere Hilfe sollten Sie ggf. eine psychologische Beratung in Anspruch nehmen.

Zusätzlich kann es Ihnen helfen sich in Selbsthilfegruppen mit anderen Betroffenen austauschen. Oftmals reicht auch bereits ein Austausch unter Freunden, um das Selbstbewusstsein wieder zu stärken.


Reisen PSA

Reisen mit Psoriasis-Arthritis:
einem Traumurlaub steht nichts im Wege
1,2

Sommer, Sonne, Strand und Palmen – oder doch lieber ein Aktivurlaub in den Alpen? Ihnen stehen auch mit Psoriasis-Arthritis viele Reisemöglichkeiten zur Verfügung. Die Entscheidung kann allerdings von Ihrer Krankheitsaktivität beeinflusst werden, denn manche Urlaubsziele eignen sich bei starken Symptomen besser als andere.

Das ideale Reiseziel für Psoriasis-Arthritis-Patienten mit oder ohne Beteiligung der Haut, sollte ein warmes und trockenes Klima haben und eine stabile Wetterlage. Wärme, Sonne und Salzwasser können sich dabei positiv auf Ihre Gelenke und die betroffenen Hautstellen auswirken. Das relativ raue Klima der Nordsee und des Nordatlantiks kann sich bei Patienten mit Gelenkerkrankungen im Allgemeinen negativ auswirken und Beschwerden fördern.

Um Stress zu vermeiden – der sich wiederum negativ auf Ihre Erkrankung auswirkt – sollten Sie gut vorbereitet in Ihren Traumurlaub starten. Im Folgenden finden Sie einige wertvolle Tipps zur Vorbereitung:

  • Besprechen Sie Ihre Urlaubspläne mit Ihrem behandelnden Arzt
  • Schließen Sie eine Reiseversicherung ab
  • Falls Sie eine Schutzimpfung benötigen: Reiseschutzimpfungen basieren teilweise aus abgeschwächten Lebendimpfstoffen, die unter Umständen nicht bei Anwendung einer systemischen Behandlung erfolgen dürfen. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt bevor Sie eine Fernreise buchen
  • Denken Sie rechtzeitig an die Verschreibung ausreichender Medikamente
  • Manche Medikamente haben besondere Lagerungsvorschriften und müssen z. B. kontinuierlich gekühlt werden
  • Nehmen Sie stets Ihre Krankenversicherungskarte mit
  • Lassen Sie sich vor Flugreisen von Ihrem Arzt eine schriftliche Bescheinigung für den Zoll bzw. Flughafensicherheit auf Englisch ausstellen, die besagt, dass sie die Spritzen im Handgepäck mitführen dürfen
  • Auch ein Medikamentenplan mit den wichtigsten Informationen über Ihre Medikamente auf Englisch kann für den Notfall wichtig sein
  • Denken Sie an Sonnenschutzmittel und Kopfbedeckung
  • Informieren Sie sich ggf. über barrierefreie Zimmer oder das Vorhandensein von Fahrstühlen in der Unterkunft

Am wichtigsten ist, dass Sie Ihre Reise genießen! Sie tun mit einer Auszeit nicht nur Ihrem Körper, sondern auch Ihrer Psyche etwas Gutes.


Beruf PSA

Meine PsA im Beruf: was muss ich beachten?1,2

Konnten Sie Ihre Erkrankung bereits erfolgreich in den Alltag zu Hause integrieren? Dann ist der erste Schritt getan. Nun gilt es, mit der Psoriasis- Arthritis auch im Berufsalltag richtig umzugehen. Dies stellt viele Patienten nach der Diagnose vor einige Herausforderungen und wirft Fragen auf:

  • Muss ich meine Vorgesetzten über meine Erkrankung informieren?
  • Soll ich mit meinen Kollegen sprechen?
  • Kann ich meinen Beruf weiterhin ausführen?
  • Welche Einschränkungen stehen mir bevor?

Ob Sie offen mit Ihrem Arbeitgeber und mit Kollegen über Ihre Psoriasis-Arthritis sprechen, liegt ganz in Ihrer Entscheidung. Sie sind nicht dazu verpflichtet – auch nicht auf Nachfrage. Oft schafft ein Gespräch allerdings ein besseres Verständnis, erleichtert die Zusammenarbeit und kann so Ihr persönliches Stresslevel reduzieren. Sie könnten vorher mit Angehörigen eine solche Unterhaltung durchspielen – das gibt mehr Sicherheit. Wenn Sie wegen der Psoriasis-Arthritis Ihrer bisherigen Tätigkeit nicht mehr nachgehen können (z. B. aufgrund starker Schmerzen bei der Ausführung) oder der Arbeit aufgrund starker Beschwerden häufig fernbleiben müssen, kann es auch unumgänglich sein dem Arbeitgeber Ihre Erkrankung mitzueilen.

Sie haben die Diagnose Psoriasis-Arthritis vor Ihren Eintritt in die Berufswelt erhalten? Oder Sie überlegen, Ihren derzeitigen Beruf zu wechseln? Lassen Sie sich Ihre beruflichen Träume nicht von Ihrer Erkrankung verderben. In vielen Berufen kann der Arbeitsalltag erleichtert werden, z. B. durch ergonomische Bürostühle oder spezielle Tastaturen. Ein Austausch mit anderen Betroffenen durch Selbsthilfegruppen oder Foren kann Ihnen auch helfen, Klarheit über die Ausübung Ihres Traumberufs trotz der Diagnose Psoriasis-Arthritis zu erhalten. Vielleicht gibt es ja die ein oder andere Person, die Ihren Traumberuf trotz Psoriasis-Arthritis ausübt und berichten kann.

Leiden Sie zusätzlich an einer Psoriasis (Schuppenflechte) der Haut? Dann sollten Sie bei der Ausübung von bestimmten Tätigkeiten v.a. auf ausreichend Hautschutz achten und den Umgang mit Chemikalien und Feuchtigkeit vermeiden.


Partnerschaft & Liebe PSA

Offenheit und Vertrauen1-4

In Bezug auf Liebe und Partnerschaft bei Psoriasis-Arthritis sollten Sie lernen, offen mit den Personen zu sprechen die Ihnen nahestehen.Dadurch ist die Basis für einen vertrauensvollen Umgang in der Partnerschaft geschaffen und Sie geben Ihrem Partner auch die Chance, Ihre Situation besser zu verstehen.

Eingeschränkte Sexualität kann die Lebensqualität verringern

Bei hoher Krankheitsaktivität sind oft auch leichte Bewegungen schmerzhaft. Sexualität ist für viele Betroffene dann kaum noch möglich. Wenn außerdem Ihre Haut beteiligt ist, stellen entzündete Bereiche, z. B. im Intimbereich, eine zusätzliche Belastung dar. Aber auch das Schamgefühl und die Angst vor dem Unverständnis des Partners können dazu führen, dass Betroffene Sexualität vermeiden. Dies alles kann zu einer starken Beeinträchtigung Ihrer Lebensqualität führen. Daher ist es wichtig, dass Sie offen mit Ihrem Partner oder einer anderen, Ihnen nahestehenden Person, über Ihre Gefühle reden.

Auch wenn es Ihnen vielleicht schwerfällt, sollten Sie zusätzlich mit Ihrem behandelnden Arzt das Gespräch suchen (Mein persönliches Arztgespräch), um die Verbesserung Ihrer Lebensqualität zu einem Ziel Ihrer Behandlung machen (Therapieziele).

Wenn Sie in keiner Partnerschaft sind, kann Ihnen auch eine feste Umarmung von Freunden oder der Familie dabei helfen, wieder Kraft zu tanken. Sprechen Sie mit Ihren Liebsten offen über Ihre Psoriasis-Arthritis und holen Sie sich Stärkung für Ihr Selbstwertgefühl.


Mein persönliches Arztgespräch PSA

Auf gute Vorbereitung kommt es an1,2

Ein gutes Arztgespräch ist der erste Schritt für eine erfolgreiche Therapie Ihrer Psoriasis-Arthritis. Dabei muss sich Ihr Arzt in sehr kurzer Zeit ein möglichst genaues Bild von Ihrer Situation machen. Als Betroffener kennen Sie Ihren Körper und Ihre Bedürfnisse am besten. Mit einer guten Vorbereitung auf das Gespräch können Sie Ihren Arzt aktiv unterstützen, die bestmögliche Therapie für Sie finden.

Sollten Sie das erste Mal zu einem Rheumatologen gehen, ist es wichtig, dass Sie ihm möglichst detailliert von allen Symptomen erzählen. Ihrem Arzt fällt es dadurch leichter, die bei Ihnen vorliegende Krankheit richtig zu erkennen. Oftmals haben auf den ersten Blick die vielen rheumatischen Erkrankungen ähnliche Symptome. Es gibt verschiedene entzündlich-rheumatische Erkrankungen, die sich in ihrer Behandlung unterscheiden.

Falls Sie bereits an Psoriasis (Schuppenflechte) erkrankt sind und Veränderungen bzw. Schmerzen an Ihren Gelenken bemerken, sprechen Sie Ihren behandelnden Dermatologen darauf an.

  • Informieren Sie ihn auch, wenn sich Ihre Psoriasis verändert haben sollte. Eine Psoriasis an den Nägeln oder der Kopfhaut kann zum Beispiel auf eine beginnende Psoriasis-Arthritis hindeuten.
  • Fragen Sie nach, ob sich Ihre derzeitige Therapie auch auf eine mögliche Psoriasis-Arthritis auswirkt.

Ein Rheumatologe, als Spezialist für entzündliche Erkrankungen der Gelenke, sollte aber für die Diagnose und weitere Behandlung hinzugezogen werden. Dieser wird Ihnen, als Spezialist für entzündliche Erkrankungen der Gelenke, bei der Therapiefindung zur Seite stehen und auch Ihre bestehende Psoriasis berücksichtigen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Behandlung, die sich sowohl auf Ihre Psoriasis-Arthritis als auch die Psoriasis auswirken. Falls Sie bisher keine Hautbeteiligung hatten und zum ersten Mal Gelenkveränderungen bzw. Schmerzen verspüren, suchen Sie direkt einen Rheumatologen auf bzw. lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt untersuchen und zu einem Facharzt überweisen.

Einige Ärzte und Kliniken sind auch auf Psoriasis/Psoriasis-Arthritis-Patienten spezialisiert.


Ursachen der Psoriasis-Arthritis PSA

Wenn das Immunsystem die Gelenke angreift1-3

Die Ursachen der Psoriasis-Arthritis sind bis heute nicht abschließend geklärt. Psoriasis-Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung (Arthritis = Gelenkentzündung). Wie auch bei einer Psoriasis (Schuppenflechte) der Haut, geht man von einer genetischen Veranlagung und dem Zusammenspiel mit bestimmten Auslösefaktoren aus, sogenannten „Triggern“. Ursachen der Psoriasis-Arthritis sind zum Beispiel:

  • Infektionen durch Viren oder Bakterien
  • Hormonumstellungen
  • Allergien
  • Medikamente
  • psychischer Stress

Neben den Gelenken können auch die Haut, Nägel und, in selteneren Fällen, die inneren Organe betroffen sein.

Psoriasis-Arthritis gehört zu den rheumatischen Autoimmunkrankheiten. Bei einer Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem körpereigene Zellen an und zerstört diese. Bei Psoriasis-Arthritis werden vor allem Zellen der Gelenke und Sehnen durch entzündungsfördernde Botenstoffe angegriffen, entzünden sich dauerhaft und führen so zu Schäden und Schmerzen.

Am häufigsten tritt die Erkrankung der Gelenke einige Jahre nach Beginn einer Psoriasis der Haut auf. Bei ungefähr einem Drittel der Psoriasis- Patienten ist dies der Fall. Die Erkrankung der Gelenke kann aber auch zeitgleich oder, in seltenen Fällen, ohne eine Beteiligung der Haut auftreten.

Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen und die Beschwerden beginnen meist im Alter zwischen 35 und 55 Jahren.

Typischerweise verläuft die Psoriasis-Arthritis in Schüben; d. h. es gibt Zeiten mit starken Symptomen, und Zeiten, in denen Patienten, bei denen noch keine dauerhaften Schäden vorhanden sind, fast beschwerdefrei und kaum eingeschränkt sind.


Fortschreitende Entzündung im Gelenk

Abbildung modifiziert nach Gottlieb A, et al.4

 

Bei einer Psoriasis-Arthritis werden entzündungsfördernde Botenstoffe ausgeschüttet und sorgen zu Beginn für eine Entzündung der Gelenkinnenhaut (Synovialis), die sich dann weiter im Gelenk und anliegenden Sehnen und Bändern ausbreitet und zu einer Zerstörung von Knorpel und Knochen führen kann.


Therapieziele PSA

Mit Ihren persönlichen Zielen zum Erfolg

Um den Behandlungserfolg zu verbessern, sollten Ihre Therapieziele bei Psoriasis-Arthrits individuell auf Sie und Ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sein. Machen Sie sich deshalb vor dem Arztbesuch Gedanken über Ihre eigenen Therapieziele und Ihre Ansprüche an die Behandlung.

Für eine erfolgreiche Behandlung Ihrer Psoriasis-Arthritis ist dann Teamarbeit gefragt: Gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt sollten Sie entscheiden, welche Behandlungsmöglichkeiten zielgerichtet Ihre Symptome, Begleiterscheinungen sowie Ihre individuellen Wünsche am besten berücksichtigen.

Leiden Sie zusätzlich an einer Psoriasis der Haut (Schuppenflechte) wird Ihr Rheumatologe – je nach Ausprägung der Symptome – einen Hautarzt (Dermatologen) für die gemeinsame Therapieentscheidung hinzuziehen.

Setzen Sie sich gemeinsam sowohl kurzfristige als auch langfristige Ziele für Ihre Therapie. Im weiteren Verlauf Ihrer Behandlung ist es dann wichtig, die gesetzten Ziele gemeinsam zu überprüfen und die Therapie wenn nötig anzupassen.

Weitere Informationen finden Sie in der „Patientenleitlinie zur Behandlung der Psoriasis der Haut“.1


Symptome & Formen PSA

Psoriasis-Arthritis – vielfältig an Symptomen und Formen1-3

Die Formen und Symptome der Psoriasis-Arthritis können sehr vielfältig sein und äußern sich bei jedem Patienten unterschiedlich.

Typische Symptome der Psoriasis-Arthritis sind schmerzende, geschwollene, druckempfindliche Gelenke, z. B. an Fingern und Zehen. Oft ist auch der gesamte Finger oder Zeh betroffen. Die gleichzeitige Entzündung aller Gelenke eines Fingers oder Zehs einschließlich der Sehnen führt zur Verdickung des gesamten Fingers (in der Fachsprache Daktylitis, in der Umgangssprache auch „Wurstfinger“ bzw. „Wurstzehe“ genannt).

Typisch für eine Psoriasis-Arthritis ist allerdings, dass häufig nur eine Körperseite von den Beschwerden betroffen ist, während andere Krankheiten wie z. B. die Rheumatoide Arthritis in der Regel gleichmäßig die Gelenke auf beiden Seiten befällt.

Diese sogenannte periphere Psoriasis-Arthritis wird in den asymmetrischen und den symmetrischen Typ unterschieden:

  • Peripherer asymmetrischer Typ:
    nicht seitengleiche Beteiligung der Gelenke
  • Peripherer symmetrischer Typ:
    seitengleiche Beteiligung der Gelenke

Ein weiterer Unterschied zur Rheumatoiden Arthritis besteht in der Entzündung der Fingerendgelenke einer Hand. Bei einer Psoriasis-Arthritis können auch alle Endglieder der Finger betroffen sein.

Hingegen ähneln wieder typische Symptome, wie etwa steife Gelenke am Morgen (Morgensteifigkeit), denen einer Rheumatoiden Arthritis. Neben den Gelenken sind sehr oft auch nahe am Gelenk befindliche Strukturen entzündet:

  • Sehnen/Sehnenansätze (Enthesitis; z. B. Achillessehne)
  • Bänder
  • Gelenkkapseln

Häufig haben Patienten auch Schmerzen in Ruhephasen, die dann mit wiederkehrender Bewegung nachlassen.

In späteren Stadien der Erkrankung können Gelenke ohne adäquate Therapie komplett versteifen, sich verformen und unbeweglich werden. Dies kommt heutzutage aufgrund von moderner Diagnostik in entwickelten Ländern nur noch sehr selten vor. Trotzdem ist es wichtig zu verstehen, dass die Psoriasis-Arthritis unbehandelt irreversible, d.h. nicht reparierbare Schäden an den Knochen verursacht. Daher sollten Sie bei ersten Symptomen unbedingt umgehend Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.

Bei der eher seltenen Form der sogenannten axialen Psoriasis-Arthritis ist die Wirbelsäule betroffen und einzelne Wirbelkörper oder Kreuz- Darmbein können versteifen.

Auch die Nägel der Hände und Zehen sind bei der Mehrheit der Patienten beteiligt. Diese sogenannte Nagel-Psoriasis kann jedoch auch ohne Gelenkbeschwerden im Verlauf einer Psoriasis (Schuppenflechte) auftreten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten mit einer schweren Nagelbeteiligung im Verlauf ihrer Erkrankung eine Psoriasis-Arthritis entwickeln, ist erhöht.

Informieren Sie Ihren behandelnden Arzt, wenn Sie Veränderungen an Ihren Nägeln bemerken. Mögliche Veränderungen sind:

  • runde, punktförmige Vertiefungen (Tüpfelnägel)
  • gelbe Verfärbungen (Ölflecken)
  • Verdickungen
  • Ablösen der Nagelplatte
  • Schuppung unter dem Nagel
  • Krümelnägel (Nagelplatte krümelig und aufgetrieben)


Häufig betroffene Gelenke und Sehnen bei Psoriasis-Arthritis

 

Infografik zu oft betroffenen Körperstellen bei Psoriasis-Arthritis.

Je nach Ausprägung äußert sich die Erkrankung sowohl durch Schmerzen, Schwellungen oder Steifigkeit in den kleinen Gelenken der Finger, besonders den Fingerendgelenken, oder Füßen, als auch durch Beschwerden in Kniegelenken (häufig einseitig), Sprunggelenken, Schultern oder unterem Rücken. Wie bereits beschrieben, können auch zeitgleich Haut und Nägel von Psoriasis betroffen sein.


Diagnose & Einstufung PSA

Frühzeitige Diagnose – die Basis einer erfolgreichen Therapie1-7

Eine frühzeitige Einstufung und Diagnose der Psoriasis-Arthritis ist wichtig, um langfristige Schäden der Gelenke durch die chronischen Entzündungen verhindern zu können.

Wie bereits beschrieben, können die Symptome der Erkrankung so unterschiedlich sein, sodass es für den Arzt oft nicht leicht ist, diese als Symptome einer Psoriasis-Arthritis zu erkennen. Auch andere rheumatische Erkrankungen wie die Rheumatoide Arthritis oder Morbus Bechterew weisen ähnliche Symptome auf.


Besonders charakteristische Symptome einer Psoriasis-Arthritis, die dem Arzt bei der Diagnose helfen können, sind:

  • eine bereits diagnostizierte Psoriasis (Schuppenflechte)
  • eine asymmetrische Beteiligung der Gelenke
  • Enthesitis (Entzündungen von z. B. Sehnenansätzen)
  • Nagel-Psoriasis
  • Schmerzen in Ruhephasen, die nach vorsichtiger Bewegung nachlassen.

Sollten Sie diese Symptome verspüren, aber keine Psoriasis-Arthritis bei Ihnen diagnostiziert worden sein, informieren Sie bitte Ihren behandelnden Arzt.

Die Diagnose der Psoriasis-Arthritis ergibt sich oft erst dann, wenn bereits eine Psoriasis festgestellt wurde; eine Beteiligung der Haut ist für die Diagnose „Psoriasis-Arthritis“ aber nicht zwingend erforderlich.

Dem Rheumatologen liegen bisher keine genauen Kriterien für die Diagnose der Psoriasis-Arthritis vor. Jedoch kann er sich an den sogenannten CASPAR Klassifikationskriterien für Psoriasis-Arthritis orientieren. Diese festgelegten Kriterien ermöglichen dem Arzt eine Psoriasis-Arthritis von anderen rheumatischen Erkrankungen, wie z. B. der Rheumatoiden Arthritis, abzugrenzen und erleichtern ihm die Diagnose.


Die wichtigsten Punkte zur Diagnosestellung sind:

  • Gespräch (Anamnese):
    Beschwerden, mögliche Begleiterkrankungen und familiäre Vorkommnisse mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.
  • Körperliche Untersuchung:
    Abtastung/Bewegung betroffener Gelenke und Sehnen; Begutachtung der Nägel und Haut.
  • Bildgebung:
    Ultraschall-, Röntgen- und Magnetresonanztomographie (MRT) – Aufnahmen, um mögliche Veränderungen an Gelenken/Knochen zu erkennen.
  • Fragebögen:
    German Psoriasis ARthritis Diagnostic Questionnaire (GEPARD) und die CASPAR-Kriterien.

Bei anfänglichen Beschwerden nutzen Sie bitte den GEPARD-Fragebogen zur Früherkennung von Psoriasis-Arthritis und nehmen Sie ihn mit zu Ihrem nächsten Arztbesuch. Ihre Antworten unterstützen Ihren behandelnden Arzt bei der Diagnosestellung.


Behandlungsmöglichkeiten PSA

Durch die Behandlung der Psoriasis-Arthritis sollen die Entzündungen in den Gelenken und den weiteren durch die Erkrankung betroffenen Stellen zurückgedrängt und Ihre Schmerzen gelindert werden. Je nach Schweregrad der Psoriasis-Arthritis stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • systemische (medikamentöse) Therapien
  • ergänzende Therapiemaßnahmen
  • topische (äußerliche) Therapiemaßnahmen, wenn eine zusätzliche Psoriasis der Haut besteht

Die systemische Therapie: Wirkung auf den gesamten Körper

Bei der systemischen Therapie kommen unterschiedliche Wirkstoffe in Tablettenform oder Injektionen/Infusionen zum Einsatz. Die Vielzahl medikamentöser Behandlungsmöglichkeiten ermöglicht eine langfristige und umfassende Therapie Ihrer Psoriasis-Arthritis: von Medikamenten zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung, wie z. B. nichtsteroidale Antirheumatika, bis hin zu neuen Therapien, die das für die Entzündung verantwortliche Immunsystem modulieren bzw. unterdrücken, wie z. B. PDE4-Hemmer und Biologika. Diese neuen innovativen Therapiewege greifen direkt in den Entzündungsvorgang ein.

Unterstützende Behandlungsmöglichkeiten der Psoriasis-Arthritis

Darüber hinaus gibt es ergänzende Behandlungsmöglichkeiten, die den körperlichen Folgen der Psoriasis-Arthritis entgegenwirken. Hier kommen neben physischen Mitteln, wie konservative, äußerliche Anwendungen von Heilmitteln (z. B. Physiotherapie und orthopädische Hilfsmittel) auch Mittel zum Einsatz, die Ihrer Seele gut tun. So können Sie z. B. die Möglichkeit nutzen, sich in einer Selbsthilfegruppe mit anderen Betroffenen über Ihre Erkrankung auszutauschen. Die Erfahrungen anderer Patienten könnten Ihnen helfen mit der Psoriasis-Arthritis besser zurechtzukommen. Informationen zu Selbsthilfegruppen in Ihrer Region finden Sie z. B. auf den Internetseiten des Deutschen Psoriasis Bund oder der Deutschen Rheuma-Liga.

Bei Patienten mit einer zusätzlichen Psoriasis (Schuppenflechte) der Haut sollte die Therapie sowohl auf die Entzündung in den Gelenken wie auch die Haut wirken. Ist dies bei Ihnen der Fall, wird Ihr behandelnder Rheumatologe auch Ihren Hautbefall bei der Wahl der richtigen Therapie in Betracht ziehen. Hier ist es wichtig, dass Sie Ihrem behandelnden Arzt klar mitteilen, wie sehr Ihre Psoriasis (Schuppenflechte) Sie beeinträchtigt oder belastet.

Die Behandlung Ihrer Psoriasis-Arthritis richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung.

Einteilung der Schweregrade der Psoriasis-Arthritis1
(laut GRAPPA – Group for Research and Assessment of Psoriasis and Psoriatic Arthritis):

leicht moderat schwer
  • < 5 Gelenke betroffen
  • keine radiologischen
    Veränderungen feststellbar
  • keine Funktionsstörung feststellbar
  • geringer negativer Einfluss
    auf die Lebensqualität
  • Bewertung durch den Patienten:
    leicht
  • ≥ 5 Gelenke betroffen
  • radiologische
    Veränderungen
  • moderate Funktionseinschränkungen
  • moderater Einfluss
    auf die Lebensqualität
  • Bewertung durch den Patienten: mittelschwer
  • ≥ 5 Gelenke betroffen
  • ausgeprägte radiologische
    Veränderungen
  • schwere Funktionseinschränkungen
  • deutlicher negativer Einfluss
    auf die Lebensqualität
  • Bewertung durch den Patienten:
    schwer

 

Weitere Informationen finden Sie hier oder in Psoriasis-Arthritis – Schuppenflechte mit Gelenkentzündung, Ratgeber für Betroffene des Deutsche Rheuma-Liga e.V.