Kategorie: Schuppenflechte (Psoriasis)

Hautpflege PSO

Alles was der Haut gut tut1-5

Eine ausreichende Hautpflege bei Psoriasis (Schuppenflechte) ist besonders wichtig um die Haut vor dem Austrocknen zu schützen. Die Haut von Psoriasis-Patienten ist besonders trocken und evtl. auch von Juckreiz geplagt. Die Hautpflege zusätzlich zur Behandlung bildet eine äußerst wichtige Basis, nicht zuletzt um erscheinungsfreie Zeiten zu verlängern und den guten Zustand der Haut zu stabilisieren.

Grundsätzlich ist es ratsam pH-hautneutrale Kosmetik zu verwenden, da diese in der Regel weniger Duft- oder Konservierungsstoffe enthält. Diese Inhaltsstoffe können die Haut zusätzlich reizen. Nach einer milden Hautreinigung (z. B. mit Kern- oder Olivenölseife), ist es empfehlenswert, wenn Sie zum anschließenden Cremen eine Hautpflege mit hohem Fettanteil und/oder feuchtigkeitsbindenden Inhaltsstoffen wie Urea (Harnstoff) oder Hyaluronsäure verwenden.


Tipps für Hautpflege bei Psoriasis:

  • Eine Hautpflege mit Substanzen wie Glycerin, Kollagen und Vitamin E kann bei der Rückfettung der Haut unterstützen.
  • Um die Haut vor zusätzlicher Austrocknung zu schützen, sollte beim Waschen, Duschen oder Baden das Wasser lauwarm, d. h. nicht wärmer als 35 °C, sein und Sie sollten die Badezeiten kurz halten.
  • Wenn Sie anschließend das Wasser vom Körper nur vorsichtig abtupfen anstatt zu rubbeln oder reiben, wird Ihre Haut noch weniger gereizt.
  • Eine locker sitzende Kleidung, die nicht reibt und aus natürlichen Materialien besteht, kann Ihnen zusätzlich Wohlbefinden verschaffen. Baumwolle z. B. kann sehr gut Feuchtigkeit aufnehmen und so die Haut besser atmen lassen.
  • Ebenfalls hilft es Ihrer trockenen Haut, wenn in geschlossenen Räumen eine ausreichende Luftfeuchtigkeit zwischen 50-60 % vorherrscht.

Ursachen der Psoriasis PSO

Psoriasis – wenn das Immunsystem unter die Haut geht1,2

Die Ursachen für Psoriasis (Schuppenflechte) sind nicht vollständig bekannt. Es ist eine nicht ansteckende Hauterkrankung und zählt zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen. Dabei richtet sich das Immunsystem nicht wie üblich gegen Keime wie Bakterien oder Viren, sondern gegen körpereigene Strukturen. Bei der Psoriasis findet dies in der Haut statt.

Ursachen der Psoriasis

Bei den Ursachen der Psoriasis spielen neben der erblichen Veranlagung auch normalerweise harmlose physische oder psychische Reize eine Rolle. Auf dieses Reize reagieren die Immunzellen mit der fortlaufenden Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe. Dies bewirkt eine übermäßige Vermehrung von Hautzellen, den Keratinozyten. Ihre Bildung erfolgt so schnell, dass sie ihre eigentliche Funktion nicht richtig wahrnehmen können und sich an der Hautoberfläche ansammeln. Dies zeigt sich in den sichtbaren Symptomen die von Rötung bis hin zu (großflächigen) Schuppungen reichen können.

Ziel der Psoriasis-Therapie ist es, diesen Prozess zu unterbrechen. Da es sich allerdings bei der Schuppenflechte um eine chronische Erkrankung handelt, sollte sie kontinuierlich behandelt werden.

Was bei Schuppenflechte in der Haut passiert1,2

Bei Schuppenflechte ist der normale Erneuerungsprozess der Haut durcheinander geraten. Durch die Entzündung erneuern sich Hautbereiche zu schnell, wodurch es zu den typischen Symptomen wie Juckreiz, Rötung und Schuppung kommt.

 


Symptome & Formen PSO

Psoriasis ist nicht gleich Psoriasis1

Die Formen und Symptome der Psoriasis können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Dabei unterscheiden sich etwa die Ausprägungen der Beschwerden, die betroffenen Hautareale und der Krankheitsverlauf.

Als belastend werden nicht nur Rötung und Schuppung der Haut gerade an sichtbaren Körperstellen wie Armen, Beinen, Haaransatz oder Nägeln empfunden, sondern ebenso der oft quälende Juckreiz.

Psoriasis vulgaris

Die häufigste Form der Schuppenflechte ist die Psoriasis vulgaris, die auch als Plaque Psoriasis bezeichnet wird. Rund 80 % der Psoriasis-Patienten erkranken an dieser Form, die typischerweise an den Streckseiten von Armen und Beinen sowie an Kopfhaut und Rücken auftritt.

Häufig betroffene Hautareale

Kennzeichnende Symptome der Schuppenflechte sind verdickte, rissige, entzündete, gerötete, juckende und stark schuppende Hautareale. Diese werden auch als „Läsionen“ oder „Plaques“ bezeichnet und können überall im Körper auftreten. Meist zeigen sie sich jedoch an typischen Stellen.

 

Infografik zu oft betroffenen Körperstellen bei Psoriasis (Schuppenflechte)

 

Psoriasis-Arthritis

Die Psoriasis kann auch mit einem Befall außerhalb der Haut einhergehen. Bei etwa 30 % der Patienten mit einer Psoriasis kommt es zu einer sogenannten Psoriasis-Arthritis (PsA). Dabei sind Gelenke (Arthritis), Sehnenansätze (Enthesitis) oder ganze Finger (Daktylitis) betroffen sind. Entzündungsprozesse, die durch das fehlgeleitete Immunsystem permanent angefacht werden, verursachen Schwellungen, Schmerzen oder auch Steifigkeit sowohl in den kleinen Gelenken von Händen und Füßen, als auch in den Knien oder im Rücken. Zudem tritt häufig eine Entzündung an den Sehnenansätzen (z.B. an der Achillessehne) auf.

Vor allem bei Psoriasis an Kopfhaut oder Nägeln besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, im Verlauf der Krankheit eine Psoriasis-Arthritis zu entwickeln. Die Entzündung kann in heutzutage sehr seltenen Fällen sogar zu einer irreversiblen Verformung und Versteifung der Gelenke führen. Daher ist die frühzeitige und kontinuierliche Behandlung der Psoriasis-Arthritis sehr wichtig. Informieren Sie bei Gelenkschmerzen frühzeitig Ihren behandelnden Arzt oder suchen Sie einen Rheumatologen auf.


Ernährung PSO

Genießen Sie bewusst und gesund – trotz Psoriasis1-5

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung bei Psoriasis (Schuppenflechte), mit u. a. viel Obst und Gemüse, kann einen wertvollen unterstützenden Beitrag zur Behandlung Ihrer Psoriasis leisten.

Da kein Lebensmittel alle Nährstoffe enthält, ist es wichtig, dass Sie abwechslungsreich essen.

Die Ernährung sollte aus folgenden Lebensmitteln bestehen:

  • Gemüse und Obst versorgen Sie reichlich mit Nährstoffen, Ballaststoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen.
  • Milch und Milchprodukte liefern gut verfügbares Protein, Vitamin B2 und Calcium.
  • Pflanzliche Öle liefern lebensnotwendige Fettsäuren und Vitamin E.
  • Fleisch enthält gut verfügbares Eisen sowie Selen und Zink.
  • Seefisch versorgt Sie mit Jod und fetter Fisch mit wichtigen Omega-3-Fettsäuren.

Empfehlenswert sind hier die See- oder Kaltwasserfische wie Makrele, Hering, Lachs und Sardinen, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind und somit eine entzündungshemmende Wirkung haben. Entzündungsfördernd sind dagegen Omega-6-Fettsäuren, zu denen auch die Arachidonsäure zählt. Sie ist reichlich in tierischen Fetten und damit nicht nur im Fleisch, sondern auch in Sahne, Butter und Eiern enthalten und sollte deswegen nur in Maßen verzehrt werden. Auch übermäßiges eigenes Körperfett, v. a. am Bauch, triggert den Entzündungsprozess. Und da die Beschwerden mit dem „Zuviel“ an Körpergewicht zunehmen, können Übergewichtige durch Gewichtsreduktion zur Linderung Ihrer Beschwerden beitragen.

Gerichte mit vergleichsweise wenigen Kalorien bestehen aus:

  • viel Wasser
  • viel Obst und Gemüse
  • fettarm zubereiteten Beilagen, die lange satt machen (Kartoffeln, (Vollkorn-)Nudeln, (Natur-)Reis usw.)
  • magerem Fleisch, magerer Wurst und Fisch

Zuckergesüßte Lebensmittel sind meist nährstoffarm und enthalten unnötige Kalorien. Daher sollten Sie Zucker möglichst vermeiden oder nur in geringen Maßen genießen. Vergessen Sie auch nicht ausreichend zu trinken: jeden Tag mindestens 1,5 Liter Wasser oder andere kalorienfreie Getränke wie ungesüßten Tee.

Führen Sie ein Ernährungstagebuch

Um ernährungsbedingten Auslösern für eine Verschlechterung des Hautbildes auf die Spur zu kommen, kann ein Ernährungstagebuch hilfreich sein. So finden Sie heraus, was Ihnen gut tut und was Sie eher nicht vertragen.


Diagnose & Einstufung PSO

Die Diagnose – wichtige Voraussetzung für die richtige Behandlung1-4

Wichtig für die Einstufung und Diagnose der Psoriasis (Schuppenflechte) ist die Erfassung der betroffenen Hautareale sowie der Schwere der Symptome, denn daran orientiert sich die Wahl der Behandlung.

Um den Schweregrad der Erkrankung einheitlicher bewerten zu können, werden sogenannte Scores verwendet. Speziell für die Psoriasis sind dies:

  • BSA
  • PASI
  • DLQI

Mit deren Hilfe wird eine Psoriasis wie folgt eingestuft:

  • Leicht: BSA ≤ 10 und PASI ≤ 10 und DLQI ≤ 10
  • Mittelschwer bis schwer: (BSA > 10 oder PASI > 10) und DLQI > 10

Um innerhalb der mittelschweren und schweren Psoriasis unterscheiden zu können, wurde der dt. Behandlungspfad aktualisiert und sieht eine Einteilung in 3 Schweregrade vor: Eine schwere Psoriasis wird somit mit BSA und PASI und DLQI ≥ 20 eingestuft.

PASI- und BSA-Werte vermitteln eine gute Orientierung für die Diagnose der Psoriasis. Darüber hinaus fließen besondere Psoriasis-Manifestationen (z. B. Nägel, Kopfhaut oder Juckreiz) in die Bewertung mit ein, da diese die Lebensqualität in besonderem Maß beeinträchtigen können. Dies sollte sich dann im DLQI widerspiegeln. So wird zum Beispiel ein ausgeprägter Befund an Händen und/oder Gesicht aufgrund der geringen betroffenen Fläche einen niedrigen PASI (PASI <10) ergeben, der Leidensdruck im sozialen und beruflichen Umfeld – häufig kombiniert mit der Gefahr des Arbeitsplatzverlustes – hingegen zu einem hohen DLQI-Wert führen.

Bitte informieren Sie deshalb Ihren Arzt über all Ihre Symptome und Beeinträchtigungen damit er sich ein vollständiges Bild machen kann.

„Upgrade-Kriterien“ des Schweregrades

Wenn bei Ihnen lediglich ein leichter Hautbefall vorliegt, aber Ihre Lebensqualität stark eingeschränkt ist (z.B. bei Beteiligung von sichtbaren Körperregionen oder dem Genitalbereich), können auch sogenannte „Upgrade-Kriterien“ den Schweregrad erhöhen. Dann kann Ihr Dermatologe die Psoriasis als mittelschwer bis schwer einstufen und mittels systemischer Therapie behandeln.


Mein persönliches Arztgespräch PSO

Eine gute Vorbereitung ist das A und O1,2

Mit einer guten Vorbereitung auf das Arztgespräch bezüglich Ihrer Psoriasis können Sie sichergehen, dass all Ihre Fragen und Anliegen besprochen werden. Für eine genaue Diagnose oder die Bewertung Ihrer aktuellen Therapie muss sich Ihr Arzt in sehr kurzer Zeit ein möglichst genaues Bild von Ihrer Situation machen. Hier sind Sie gefragt, denn als Betroffener kennen Sie Ihren Körper und Ihre Bedürfnisse am besten. Werden Sie zu Ihrem eigenen Therapiemanager. Zusammen mit Ihren Informationen kann Ihr behandelnder Arzt die bestmögliche Therapie für Sie finden.


Der Schweregrad der Psoriasis PSO

Der Schweregrad der Psoriasis

Wenn es um die Entscheidung für die passende Therapie geht, stellt der Schweregrad der Psoriasis einen entscheidenden Faktor dar. Falls Sie an einer mittelschweren oder schweren Form der Psoriasis leiden, sollte eine systemische Behandlung in Erwägung gezogen werden. Die systemische Therapie wirkt im gesamten Körper. Hier kommen eine Vielzahl an unterschiedlichen Wirkstoffen in Tablettenform oder Injektionen/Infusionen zum Einsatz. Bei Bedarf können innerliche und äußerliche Therapieformen auch kombiniert werden.

Die Einstufung des Schweregrades macht Ihr Dermatologe mit Hilfe sogenannter Scores (PASI, BSA, DLQI).

Psoriasis Area and Severity Index (PASI):

Dieser Score ermöglicht dem Arzt die betroffenen Hautpartien anhand von Rötung, Schuppung (Plaques) und Dicke der betroffenen Hautstelle zu beurteilen. So lässt sich der Schweregrad der Psoriasis bewerten sowie der Therapieverlauf beobachten und kontrollieren.

Body Surface Area (BSA):

Mithilfe dieses Scores wird die Größe der betroffenen Körperstellen im Verhältnis zur gesamten Körperoberfläche bestimmt. Beide Scores helfen dem Arzt das Ausmaß der Psoriasis-Symptome zu ermitteln. Sie spiegeln jedoch nicht wider, wie sehr die Psoriasis das individuelle Leben der Betroffenen beeinträchtigt. Dafür kann der Arzt den „Dermatology Life Quality Index“ (DLQI) nutzen, der mittels Fragebogen die auf die Krankheit bezogenen Einschränkungen der Lebensqualität einzuschätzen hilft.

Weitere Informationen finden Sie in der Patientenleitlinie1 zur Behandlung der Psoriasis der Haut und der S3-Leitlinie2 zur Therapie der Psoriasis vulgaris.


Sport & Bewegung PSO

Bewegen Sie sich ausreichend1-4

Sport und Bewegung sind trotz Psoriasis wichtig – Sie müssen und sollten darauf daher nicht verzichten. Beides hilft Stress abzubauen, der ein möglicher Auslöser von Psoriasis oder von Erkrankungsschüben sein kann.

Diese Sportarten helfen gegen Stress:

Nordic Walking ist ein moderates Ausdauertraining in der Natur und an der frischen Luft. Es stärkt Ihr Immunsystem, baut Stress ab und wirkt entspannend für Körper und Geist.

Wandern – gemeinsam aktiv sein
Durch Wandern bzw. spazieren stärken Sie Ihre Fitness und tanken dabei frische Luft. Für viele ist Wandern mit der Familie oder Freunden die beste Art vom Alltagsstress abzuschalten und den Kopf frei zu bekommen.

Yoga – kräftigend und entspannend
Durch Yoga werden Ihre Muskeln gekräftigt, Verspannungen gelöst und die Körperhaltung verbessert. Auch können die Übungen Ihnen helfen Körper und Geist wieder zu vereinen und Stress abzubauen.

Meditation – für Ruhe und Gelassenheit
Meditation ist eine wirksame Entspannungstechnik. Sie kann Ihnen helfen im stressigen Alltag den Kopf wieder freizubekommen und Ihr Stresslevel zu mindern.

Auch andere Sportarten, wie Joggen, Radfahren, Schwimmen oder Tanzen sind für Psoriatiker geeignet um Stress abzubauen. Probieren Sie aus, welche Sportart Ihrem Körper und Ihrer Erkrankung gut tut und Ihnen dabei viel Spaß bereitet. Selbst Leistungssport ist möglich, wenn er Ihnen gut tut. Vorsichtig sollten Sie jedoch bei Sportarten sein, bei denen es etwas härter zugehen kann und Hautverletzungen die Folge sein können (z. B. Fußball). Oftmals hilft es bereits, den Alltag durch kleine Veränderungen aktiver zu gestalten.

Mögliche Bewegungstipps:

  • Zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit gehen/fahren
  • Regelmäßige Spaziergänge, in der Mittagspause oder zum Ausklang des Tages, durchführen
  • Treppen laufen statt Aufzug oder Rolltreppe nehmen
  • Kleine Einkäufe zu Fuß erledigen

Allgemeine Tipps bei Sport und Bewegung:

  • Schutz vor UV-Licht durch dunkle Sportkleidung oder geeignete Sonnencreme
  • Wegen der Schweißbildung vor dem Sport abschminken

Therapieziele PSO

Teamwork: Gemeinsame Zielumsetzung

Um den Erfolg Ihrer Behandlung zu verbessern sollten die Therapieziele bei Psoriasis (Schuppenflechte) individuell auf Sie und Ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sein. Die Psoriasis ist bei jedem Patienten anders ausgeprägt und somit in ihrer Form einzigartig. Wichtig ist hierfür, dass Sie sich vor Behandlungsbeginn Gedanken über Ihre persönlichen Ziele machen. Für eine erfolgreiche Therapie ist echte Teamarbeit gefragt:

Ihre individuellen Ziele sind gefragt

Zusammen mit Ihrem behandelnden Arzt sollten Sie entscheiden, welche Behandlungsmöglichkeiten zielgerichtet Ihre Symptome, Begleiterscheinungen sowie individuellen Wünsche am besten berücksichtigt. Setzen Sie sich gemeinsam sowohl kurzfristige als auch langfristige Ziele für Ihre Therapie. Im weiteren Verlauf ist es dann wichtig die gesetzten Ziele gemeinsam zu überprüfen und die Therapie gegebenenfalls anzupassen.


Psoriasis & Psyche PSO

In der Ruhe liegt die Kraft1-2

Psoriasis (Schuppenflechte) und Psyche wirken aufeinander ein. Psychischer Stress spielt bei Psoriasis zweifellos eine sehr große Rolle und kann oftmals Auslöser eines erneuten Schubes sein. Und ein erneutes Aufflammen der Symptome bedeutet wiederum psychischer Stress – ein Teufelskreis, aus dem es auszubrechen gilt.

Die Frage ist nur wie, wenn sich alles um die Erkrankung dreht?

Sicherlich gehört eine große Portion Mut dazu, fremde Blicke zu ignorieren oder Mitmenschen direkt anzusprechen und ihnen die Krankheit zu erklären. Vergessen Sie nicht, dass die meisten Reaktionen der Mitmenschen aus reinem Unwissen über die Erkrankung resultieren. Tragen Sie aktiv dazu bei, Ihr Umfeld aufzuklären – Sie werden sehen, dass sowohl Sie als auch Ihre Mitmenschen davon profitieren werden. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Psyche unter Psoriasis leidet und die Erkrankung beginnt, Ihr Leben und Ihren Alltag zu bestimmen, sollten Sie Hilfe durch psychologische Beratung oder Selbsthilfegruppen in Anspruch nehmen.

Oftmals reicht auch ein Austausch unter Freunden oder anderen Betroffenen, um das Selbstbewusstsein wieder zu stärken.

Bewältigen Sie stressige Situationen, z. B. durch:

  • ausreichenden Schlaf,
  • den Austausch mit anderen Betroffenen, ob nun in Selbsthilfegruppen oder auch in Internet-Foren,
  • Entspannungsmethoden wie die progressive Muskelentspannung nach Edmund Jacobson,
  • Meditation, sie gilt in östlichen Kulturen schon lange als zentrale Entspannungsmethode.

Behandlungsmöglichkeiten PSO

Auf den Schweregrad kommt es an

Die heutigen Behandlungsmöglichkeiten der Psoriasis (Schuppenflechte) sind beinahe so vielfältig wie die Erscheinungsformen der Psoriasis selbst. Allerdings hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass insbesondere bei den mittelschweren bis schweren Formen der Psoriasis ein therapeutischer Bedarf besteht, der bislang nicht vollständig gedeckt ist. Das hat dazu geführt, dass die Psoriasis-Forschung nie stillstand und innovative Therapiewege heute Hoffnung geben, die Symptome besser lindern zu können (zum Beispiel PDE4-Hemmer und Biologika).

Mit Innovation zum Therapieerfolg

Die Behandlung Ihrer Psoriasis richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Leichte Formen werden in der Regel mittels topischer (äußerlicher) Therapien behandelt. Dazu zählen: wirkstoffhaltige Salben, Cremes, Lotions, Gels oder Schäume. Zeigt diese Therapie nicht den gewünschten Behandlungserfolg, kann zusätzlich unterstützend oder auch als Einzeltherapie eine Behandlung mit ultraviolettem Licht (Phototherapie) in Betracht gezogen werden.

Die Einstufung des Schweregrades macht Ihr Dermatologe mit Hilfe sogenannter Scores (PASI, BSA, DLQI). Erfahren Sie mehr über die Einstufung des Schweregrades.


Reisen PSO

Ihr nächster Urlaub steht vor der Tür und Sie möchten verreisen?1

Lassen Sie sich nicht aufhalten! Besonders geeignet ist ein Urlaub in warmen, trockenen Regionen, wie am Mittelmeer oder an der Ostsee. Sonne und Salzwasser können sich dabei positiv auf Ihre Haut auswirken.


Je besser vorbereitet Sie in den nächsten Urlaub gehen, desto entspannter können Sie Ihre Reisen auch genießen:

  • Urlaubspläne am besten auch mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen
  • Reiseversicherung fürs Ausland abschließen
  • Falls Sie eine Schutzimpfung benötigen: Reiseschutzimpfungen basieren teilweise aus abgeschwächten Lebendimpfstoffen, die unter Umständen nicht bei Anwendung einer systemischen Behandlung erfolgen dürfen. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt
  • Denken Sie rechtzeitig an die Verschreibung ausreichender Medikamente
  • Manche Medikamente haben besondere Lagerungsvorschriften und müssen z. B. kontinuierlich gekühlt werden
  • Nehmen Sie stets Ihre Krankenversicherungskarte mit
  • Sonnenschutzmittel und Kopfbedeckung nicht vergessen

Beruf PSO

Weit gekommen! Trotz Psoriasis1

Haben Sie Ihre Psoriasis-Erkrankung bereits erfolgreich in den Alltag integriert? Ob bei der Berufswahl oder im Joballtag gilt: Mit wenigen Einschränkungen ist auch mit Psoriasis vieles möglich. Achten Sie vor allem auf ausreichenden Hautschutz und vermeiden Sie den Umgang mit Chemikalien und Feuchtigkeit.

Das offene Gespräch mit Kollegen und Arbeitgeber liegt natürlich ganz in Ihrer Entscheidung. Oft schafft es ein besseres Verständnis, erleichtert die Zusammenarbeit und reduziert so Ihr Stresslevel. Überlegen Sie am besten vorher, wem Sie sich am ehesten anvertrauen und wie Sie das Gespräch beginnen möchten. Vielleicht spielen Sie eine solche Unterhaltung vorab mit Angehörigen durch – das gibt mehr Sicherheit.


Partnerschaft & Liebe PSO

Lieben und geliebt werden1-4

In Bezug auf Liebe und Partnerschaft bei Psoriasis (Schuppenflechte) gilt: Gehen Sie mit Ihrer Erkrankung selbstbewusst und offen um. Denken Sie stets positiv. Das hilft jedem Menschen – in allen Lebenslagen. Damit ist die Basis für einen vertrauensvollen Umgang in der Partnerschaft bei Psoriasis geschaffen.

Für Personen, die Sie kennen oder lieben lernen, sollte Ihre Erkrankung kein Geheimnis sein. Wenn Sie offen darüber sprechen, geben Sie Ihrem Partner die Chance, sich auf Ihre Situation einstellen zu können.

Psoriasis im Intimbereich stellt immer eine besondere Belastung dar. Sie kann als so schmerzhaft und störend empfunden werden, dass für die Betroffenen Sexualität kaum noch möglich ist.

Aber auch das Schamgefühl und die Angst vor dem Unverständnis des Partners können dazu führen, dass Betroffene sexuelle Beziehungen vermeiden. Daher bedeutet die Psoriasis im Genitalbereich häufig eine starke Einschränkung der Lebensqualität.
Auch wenn es Ihnen vielleicht schwer fällt, ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem behandelnden Arzt darüber sprechen
und die Verbesserung Ihrer Lebensqualität ein Ziel Ihrer Behandlung wird.

Eine Berührung der verdickten und entzündeten Hautstellen kann als unangenehm empfunden werden. Daher verspüren Betroffene oftmals keine Lust auf Berührungen und den Austausch körperlicher Zärtlichkeiten. Seien Sie auch hier offen zu Ihrem Partner – Verbundenheit und Nähe kann auch anders erfolgen.

Auch wenn Sie in keiner Partnerschaft sind, kann Ihnen eine feste Umarmung von Freunden oder der Familie dabei helfen, wieder Kraft zu tanken. Sprechen Sie mit Ihren Liebsten offen über Ihre Psoriasis und holen Sie sich Stärkung für Ihr Selbstwertgefühl.

Lesen sie dazu mehr in der Rubrik In der Ruhe liegt die Kraft.