Kategorie: Was ist Psoriasis?

Ursachen der Psoriasis PSO

Psoriasis – wenn das Immunsystem unter die Haut geht1,2

Die Ursachen für Psoriasis (Schuppenflechte) sind nicht vollständig bekannt. Es ist eine nicht ansteckende Hauterkrankung und zählt zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen. Dabei richtet sich das Immunsystem nicht wie üblich gegen Keime wie Bakterien oder Viren, sondern gegen körpereigene Strukturen. Bei der Psoriasis findet dies in der Haut statt.

Ursachen der Psoriasis

Bei den Ursachen der Psoriasis spielen neben der erblichen Veranlagung auch normalerweise harmlose physische oder psychische Reize eine Rolle. Auf dieses Reize reagieren die Immunzellen mit der fortlaufenden Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe. Dies bewirkt eine übermäßige Vermehrung von Hautzellen, den Keratinozyten. Ihre Bildung erfolgt so schnell, dass sie ihre eigentliche Funktion nicht richtig wahrnehmen können und sich an der Hautoberfläche ansammeln. Dies zeigt sich in den sichtbaren Symptomen die von Rötung bis hin zu (großflächigen) Schuppungen reichen können.

Ziel der Psoriasis-Therapie ist es, diesen Prozess zu unterbrechen. Da es sich allerdings bei der Schuppenflechte um eine chronische Erkrankung handelt, sollte sie kontinuierlich behandelt werden.

Was bei Schuppenflechte in der Haut passiert1,2

Bei Schuppenflechte ist der normale Erneuerungsprozess der Haut durcheinander geraten. Durch die Entzündung erneuern sich Hautbereiche zu schnell, wodurch es zu den typischen Symptomen wie Juckreiz, Rötung und Schuppung kommt.

 


Symptome & Formen PSO

Psoriasis ist nicht gleich Psoriasis1

Die Formen und Symptome der Psoriasis können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Dabei unterscheiden sich etwa die Ausprägungen der Beschwerden, die betroffenen Hautareale und der Krankheitsverlauf.

Als belastend werden nicht nur Rötung und Schuppung der Haut gerade an sichtbaren Körperstellen wie Armen, Beinen, Haaransatz oder Nägeln empfunden, sondern ebenso der oft quälende Juckreiz.

Psoriasis vulgaris

Die häufigste Form der Schuppenflechte ist die Psoriasis vulgaris, die auch als Plaque Psoriasis bezeichnet wird. Rund 80 % der Psoriasis-Patienten erkranken an dieser Form, die typischerweise an den Streckseiten von Armen und Beinen sowie an Kopfhaut und Rücken auftritt.

Häufig betroffene Hautareale

Kennzeichnende Symptome der Schuppenflechte sind verdickte, rissige, entzündete, gerötete, juckende und stark schuppende Hautareale. Diese werden auch als „Läsionen“ oder „Plaques“ bezeichnet und können überall im Körper auftreten. Meist zeigen sie sich jedoch an typischen Stellen.

 

Infografik zu oft betroffenen Körperstellen bei Psoriasis (Schuppenflechte)

 

Psoriasis-Arthritis

Die Psoriasis kann auch mit einem Befall außerhalb der Haut einhergehen. Bei etwa 30 % der Patienten mit einer Psoriasis kommt es zu einer sogenannten Psoriasis-Arthritis (PsA). Dabei sind Gelenke (Arthritis), Sehnenansätze (Enthesitis) oder ganze Finger (Daktylitis) betroffen sind. Entzündungsprozesse, die durch das fehlgeleitete Immunsystem permanent angefacht werden, verursachen Schwellungen, Schmerzen oder auch Steifigkeit sowohl in den kleinen Gelenken von Händen und Füßen, als auch in den Knien oder im Rücken. Zudem tritt häufig eine Entzündung an den Sehnenansätzen (z.B. an der Achillessehne) auf.

Vor allem bei Psoriasis an Kopfhaut oder Nägeln besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, im Verlauf der Krankheit eine Psoriasis-Arthritis zu entwickeln. Die Entzündung kann in heutzutage sehr seltenen Fällen sogar zu einer irreversiblen Verformung und Versteifung der Gelenke führen. Daher ist die frühzeitige und kontinuierliche Behandlung der Psoriasis-Arthritis sehr wichtig. Informieren Sie bei Gelenkschmerzen frühzeitig Ihren behandelnden Arzt oder suchen Sie einen Rheumatologen auf.


Diagnose & Einstufung PSO

Die Diagnose – wichtige Voraussetzung für die richtige Behandlung1-4

Wichtig für die Einstufung und Diagnose der Psoriasis (Schuppenflechte) ist die Erfassung der betroffenen Hautareale sowie der Schwere der Symptome, denn daran orientiert sich die Wahl der Behandlung.

Um den Schweregrad der Erkrankung einheitlicher bewerten zu können, werden sogenannte Scores verwendet. Speziell für die Psoriasis sind dies:

  • BSA
  • PASI
  • DLQI

Mit deren Hilfe wird eine Psoriasis wie folgt eingestuft:

  • Leicht: BSA ≤ 10 und PASI ≤ 10 und DLQI ≤ 10
  • Mittelschwer bis schwer: (BSA > 10 oder PASI > 10) und DLQI > 10

Um innerhalb der mittelschweren und schweren Psoriasis unterscheiden zu können, wurde der dt. Behandlungspfad aktualisiert und sieht eine Einteilung in 3 Schweregrade vor: Eine schwere Psoriasis wird somit mit BSA und PASI und DLQI ≥ 20 eingestuft.

PASI- und BSA-Werte vermitteln eine gute Orientierung für die Diagnose der Psoriasis. Darüber hinaus fließen besondere Psoriasis-Manifestationen (z. B. Nägel, Kopfhaut oder Juckreiz) in die Bewertung mit ein, da diese die Lebensqualität in besonderem Maß beeinträchtigen können. Dies sollte sich dann im DLQI widerspiegeln. So wird zum Beispiel ein ausgeprägter Befund an Händen und/oder Gesicht aufgrund der geringen betroffenen Fläche einen niedrigen PASI (PASI <10) ergeben, der Leidensdruck im sozialen und beruflichen Umfeld – häufig kombiniert mit der Gefahr des Arbeitsplatzverlustes – hingegen zu einem hohen DLQI-Wert führen.

Bitte informieren Sie deshalb Ihren Arzt über all Ihre Symptome und Beeinträchtigungen damit er sich ein vollständiges Bild machen kann.

„Upgrade-Kriterien“ des Schweregrades

Wenn bei Ihnen lediglich ein leichter Hautbefall vorliegt, aber Ihre Lebensqualität stark eingeschränkt ist (z.B. bei Beteiligung von sichtbaren Körperregionen oder dem Genitalbereich), können auch sogenannte „Upgrade-Kriterien“ den Schweregrad erhöhen. Dann kann Ihr Dermatologe die Psoriasis als mittelschwer bis schwer einstufen und mittels systemischer Therapie behandeln.


Der Schweregrad der Psoriasis PSO

Der Schweregrad der Psoriasis

Wenn es um die Entscheidung für die passende Therapie geht, stellt der Schweregrad der Psoriasis einen entscheidenden Faktor dar. Falls Sie an einer mittelschweren oder schweren Form der Psoriasis leiden, sollte eine systemische Behandlung in Erwägung gezogen werden. Die systemische Therapie wirkt im gesamten Körper. Hier kommen eine Vielzahl an unterschiedlichen Wirkstoffen in Tablettenform oder Injektionen/Infusionen zum Einsatz. Bei Bedarf können innerliche und äußerliche Therapieformen auch kombiniert werden.

Die Einstufung des Schweregrades macht Ihr Dermatologe mit Hilfe sogenannter Scores (PASI, BSA, DLQI).

Psoriasis Area and Severity Index (PASI):

Dieser Score ermöglicht dem Arzt die betroffenen Hautpartien anhand von Rötung, Schuppung (Plaques) und Dicke der betroffenen Hautstelle zu beurteilen. So lässt sich der Schweregrad der Psoriasis bewerten sowie der Therapieverlauf beobachten und kontrollieren.

Body Surface Area (BSA):

Mithilfe dieses Scores wird die Größe der betroffenen Körperstellen im Verhältnis zur gesamten Körperoberfläche bestimmt. Beide Scores helfen dem Arzt das Ausmaß der Psoriasis-Symptome zu ermitteln. Sie spiegeln jedoch nicht wider, wie sehr die Psoriasis das individuelle Leben der Betroffenen beeinträchtigt. Dafür kann der Arzt den „Dermatology Life Quality Index“ (DLQI) nutzen, der mittels Fragebogen die auf die Krankheit bezogenen Einschränkungen der Lebensqualität einzuschätzen hilft.

Weitere Informationen finden Sie in der Patientenleitlinie1 zur Behandlung der Psoriasis der Haut und der S3-Leitlinie2 zur Therapie der Psoriasis vulgaris.