Wie es zum Ausbruch und weiteren Schüben kommt

Die Psoriasis-Arthritis ist eine chronische, entzündliche Autoimmunkrankheit, die die Gelenke betrifft. Die Erkrankung kommt oft in Verbindung mit einer Schuppenflechte an Haut und Nägeln vor. Als Ursache wird eine genetische Veranlagung in Kombination mit bestimmten Trigger-Faktoren angenommen.

Entwickeln alle Schuppenflechte-Patienten auch eine Psoriasis-Arthritis?

Bis zu 30% der Patienten mit einer Schuppenflechte der Haut entwickeln – meist ca. 10 Jahre nach Ausbruch der Psoriasis – auch eine Psoriasis-Arthritis.1 Es ist aber auch dokumentiert, dass beide Erkrankungen, Schuppenflechte und Psoriasis-Arthritis, gleichzeitig auftreten oder die Psoriasis-Arthritis sich vor der Schuppenflechte bemerkbar machen kann.

 

Ursachen für die Autoimmunerkrankung

Schuppenflechte und Psoriasis-Arthritis sind genetisch bedingte Erkrankungen. Das heißt bestimmte Gene können den Ausbruch der Krankheit begünstigen. Aber nicht jedes Kind eines betroffenen Elternteils leidet automatisch auch an Psoriasis. Ob es zu einer Erkrankung kommt, hängt auch von äußeren Faktoren ab.

 

Auslöser und Risikofaktoren

Neben der genetischen Veranlagung tragen bestimmte Auslöser zum Ausbruch der Krankheit bei. Zu diesen Auslösereizen, den sogenannten Triggern, zählen physische oder psychische Faktoren (s. Abb.). Ist die Psoriasis ausgebrochen, können diese Auslöser bei einem Psoriatiker einen weiteren Krankheitsschub auslösen.

  • Infektionserkrankungen (vor allem durch Streptokokken, die z.B. Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- oder Mandelentzündungen verursachen)
  • Mechanische oder physikalische Reize (Druckstellen, Verletzungen, unverträgliche Textilien)
  • Medikamente (z.B. Beta-Blocker oder ACE-Hemmer bei Bluthochdruck)
  • Übermäßiger Nikotin– und Alkoholgenuss
  • Falsche Ernährung (siehe auch Ernährung Schuppenflechte)
  • Psychische Belastungen (siehe auch Schuppenflechte durch Stress)
  • Hormonelle Umstellungen (Pubertät, Wechseljahre)
 

Wie reagieren die Gelenke auf die Auslöser?

Abwehrzellen des Immunsystems, die im gesunden Organismus eindringende Krankheitserreger und körperfremde Substanzen unschädlich machen, richten sich bei dieser Erkrankung gegen eigene Körperzellen. D.h. „Freund“ und „Feind“ werden nicht mehr richtig unterschieden.

Während sich bei der Schuppenflechte der Entzündungsvorgang hauptsächlich auf der Haut zeigt (gerötete, verdickte, schuppende und meist juckende Hautareale, die sog. Plaques), beginnt die Psoriasis-Arthritis v.a. in der Gelenkinnenhaut (Synovialis). Wegen der Entzündung verdickt sich diese, produziert dabei viel Gelenkflüssigkeit und löst schließlich einen sog. Erguss aus.

In der Folge bildet die Schleimhaut der Gelenkinnenhaut immer mehr entzündliches Gewebe, das in Gelenkknorpel und Knochen einwachsen und deren Substanz zerstören kann. Auch Bänder und die Gelenkkapseln sind von der Entzündung betroffen und dadurch in ihrer Funktion eingeschränkt. Schmerzen und eine Verformung bzw. Versteifung dieser Gelenke können die Folge sein.

Im Vorfeld einer Psoriasis-Arthritis (PsA) sind sehr häufig auch die Finger- und Zehennägel betroffen (Nagel-Psoriasis), an denen sich verschiedene Veränderungen zeigen. Mehr Informationen finden Sie unter Psoriasis-Arthritis Symptome.

Ziel einer Therapie der Psoriasis-Arthritis ist es, den Entzündungsvorgang zu stoppen bzw. zu mildern, die Symptome zu behandeln und die Funktionsfähigkeit der Gelenke soweit wie möglich zu erhalten. Erfahren Sie mehr unter „Psoriasis-Arthritis Behandlung“.

 

Quellen

1 Mease PJ, et al. J Am Acad Dermatol 2013;69(5):729–35