Der positive Einfluss bewusster Ernährung auf chronische Erkrankungen

Für chronische Erkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis (PSO)) und Psoriasis Arthritis (PsA) gibt es bisher leider keine Heilung. Allerdings können der Krankheitsverlauf und das Auftreten der Psoriasis-Schübe durch eine gesunde und bewusste Ernährung positiv beeinflusst werden.

Ernährung bei SchuppenflechteObwohl Psoriasis und Psoriasis-Arthritis nicht heilbar sind, kann ein gesunder Lebensstil einschließlich einer gesunden Ernährung zu einer Linderung der Symptomatik beitragen. In diesem Zusammenhang können die grundlegenden Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hilfreich sein. Diese rät zu „5 am Tag“, also zum täglichen Verzehr von fünf Portionen Obst und Gemüse. Für eine ausgewogene Ernährung empfiehlt die DGE zudem die Aufnahme von Mineral- und Ballaststoffen in Form von Getreideprodukten. Die Versorgung mit ausreichend Flüssigkeit ist ebenso wichtig, dafür sollten etwa 1,5 Liter pro Tag getrunken werden, vorzugsweise Wasser oder ungesüßter Tee.

 

Warum die Ernährung bei Psoriasis so wichtig ist

Sowohl eine Schuppenflechte als auch eine Psoriasis-Arthritis werden u.a. durch Entzündungsreaktionen verursacht, die auch weitere Krankheitsschübe auslösen können. Potenziell entzündungshemmende Lebensmittel können den Krankheitsverlauf bei solchen entzündlichen und rheumatischen Erkrankungen positiv beeinflussen.1 Auf der anderen Seite können bestimmte Lebensmittel auch einen Schub fördern und einen erneuten Ausbruch auslösen.

 

Entzündungshemmende Lebensmittel

Zu Lebensmitteln, die als besonders vorteilhaft gelten, gehören: Obst und Gemüse, sowie Lebensmittel mit Omega-3-Fettsäuren wie Lachs, Leinsamen, Raps- oder Leinöl. Sie schützen die Darmflora und wirken so einer Übersäuerung entgegen.

 

Entzündungsfördernde Lebensmittel

Produkte, die tierische Eiweiße und Fette enthalten, beispielsweise Fleischgerichte, Wurst, Milch und Eigelb gelten bei Vielen hingegen entzündungsfördernd und sollten nicht in größeren Mengen auf dem Speiseplan stehen.2 Auch Alkohol und Süßigkeiten sollten nur in Maßen verzehrt werden.

 

Lebensmittel als individuelle Trigger-Faktoren

Bei vielen Patienten können neben entzündungsfördernden Lebensmitteln vor allem ganz individuelle Nahrungsmittel Auslöser für einen Krankheitsschub sein. Daher sollte jeder selbst herausfinden, welche Nahrungsmittel er besser oder schlechter verträgt. Diese Auslöser werden auch Trigger genannt.

Zu den häufigsten Triggern gehören:

  • Alkohol – vor allem Wein und hochprozentige Getränke
  • scharfes oder säurehaltiges Essen
  • Nüsse
  • Kaffee

Haben Sie den Verdacht, dass Ihre Erkrankung sich nach dem Genuss bestimmter Lebensmitteln verstärkt, können Sie mit Hilfe eines Ernährungstagebuchs Ihre Trigger ermitteln. Notieren Sie dazu täglich, was Sie gegessen und getrunken haben und zusätzlich, ob danach – bei Schuppenflechte – eine Veränderung der Haut und – im Falle einer Psoriasis-Arthritis – Gelenkbeschwerden auftraten.

 

Infografik – Psoriasis und Ernährung

Weitere Informationen zum Thema “Psoriasis und Ernährung” finden Sie zusammengefasst in der folgenden Infografik:

Infografik Lebensmittel

Download

 

Viel trinken!

TrinkwasserNeben der Ernährung ist eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit besonders wichtig für ein gesundes Hautbild. Trinken Sie daher mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag. Den Großteil sollte Wasser ausmachen, da Alternativen wie Säfte oder Softdrinks viel Zucker enthalten und so einen negativen Einfluss auf Schuppenflechte oder Psoriasis-Arthritis haben. Ist Ihr Körper mit ausreichend Flüssigkeit versorgt, verbessert sich häufig auch das Hautbild und Krankheitsschübe können sich sogar verringern.

 

Faktor Übergewicht

Im Zusammenhang mit der richtigen Ernährung spielt auch Übergewicht eine große Rolle. Besonders Bauchfett kann sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken, denn dort werden entzündungsfördernde Botenstoffe produziert, die wiederum neue Entzündungsprozesse in Gang setzen können. Darüber hinaus belastet das Übergewicht die schmerzenden Gelenke zusätzlich.

Auch die Folgeerkrankungen von Übergewicht sollten bei der Therapie nicht außer Acht gelassen werden. Bluthochdruck, Typ2-Diabetes oder erhöhte Blutfettwerte sind Begleiterkrankungen, die häufig mit Psoriasis in Verbindung stehen, und Krankheitsschübe der Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis weiter fördern können. Neben der ausgewogenen Ernährung sollte daher auch ausreichend Bewegung (siehe auch „Aktiv bleiben mit Psoriasis”) eine große Rolle im Alltag von Patienten spielen.

 

Finden Sie Ihren eigenen Weg

Menschen mit Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis können also durch eine bewusste Ernährung selbst einen Beitrag zu ihrer Gesundheit leisten. Dabei sollte jedoch jeder für sich selbst herausfinden, was ihm gut tut, denn schließlich soll der Genuss beim Essen erhalten bleiben. Die Empfehlungen stellen keine Diät-Vorschriften dar, sie sollen jedem Patienten eine Unterstützung beim ganzheitlichen Umgang mit der Erkrankung bieten.

Mehr zu diesem Thema auf:

http://www.celgene.de/bewusst-und-ausgewogen-ernahrung-bei-psoriasis-und-psoriasis-arthritis/

Weiterführende Informationen zum Thema:

 

Quellen

1 Ernährungsmedizin: Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer und der DGE.  Hans Konrad Biesalski, Stephan C. Bischoff, Christoph Puchstein. Georg Thieme Verlag (2010)
2 Schuppenflechte: was Sie schon immer über Psoriasis wissen wollten. Ulrich Mrowietz, Karger Medical and Scientific Publishers (2005)