Wie hängen Psoriasis / Psoriasis-Arthritis und die Psyche zusammen?

Die Schuppenflechte (Psoriasis) tritt – wie viele chronisch-entzündliche Krankheiten – häufig in Zusammenhang mit Stress oder psychischem Druck auf. Auf der anderen Seite ruft die Krankheit bei Betroffenen häufig auch Stress hervor. Hier erhalten Sie umfassende Informationen zum Teufelskreis „Psoriasis – Stress“ und praktische Tipps zur Stressbewältigung.

Psoriasis-Schübe durch Stress

Häufig ist Stress einer der Trigger für ein erstmaliges Auftreten der PSO, er kann aber auch weitere Schübe der Krankheit bedingen. Allerdings kann psychischer Stress nur bei Personen, die eine genetische Veranlagung für Psoriasis haben, solch einen Schub auslösen.1

 

Stress durch Psoriasis

Yoga zur EntspannungSchuppenflechte kann wiederum Stress bei Patienten auslösen. Rote Flecken, schuppige Stellen, Juckreiz – bereits die körperlichen Beeinträchtigungen, von denen Menschen mit Psoriasis und Psoriasis-Arthritis betroffen sind, wiegen schwer (siehe Schuppenflechte Symptome). Die Sichtbarkeit der Erkrankung kann zu einer Stigmatisierung in der Gesellschaft führen, die oftmals starke seelische Belastungen zur Folge hat.

 

Stigmatisierung und Ablehnung

In der Öffentlichkeit werden die Symptome der Erkrankung aufgrund von Unwissenheit häufig falsch gedeutet. Vorurteile können dazu führen, dass Menschen mit Schuppenflechte soziale Ablehnung erfahren: Mitmenschen fürchten sich vor Ansteckung oder glauben, die Hautveränderungen seien auf eine unzureichende Körperhygiene zurückzuführen. Hinzu kommt, dass eine Schuppenflechte oftmals mit einem quälenden Juckreiz an den betroffenen Körperstellen einhergeht. Wenn sich Menschen kratzen, schreckt das andere häufig ab, die als Folge auf Distanz gehen – ein für Betroffene verletzendes Verhalten, das dem Selbstwertgefühl schaden kann.

In manchen Fällen kann dies bis zu Depressionen, Schlaflosigkeit, Übergewicht oder Alkoholismus führen. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es wichtig, dass neben den körperlichen Beeinträchtigungen auch die seelischen Beschwerden in Bezug auf die Therapie nicht außer Acht gelassen werden.

 

Vorurteilen begegnen – für eine gesunde Psyche

Da Schuppenflechte, anders als manch andere chronische Erkrankungen, nur wenig bekannt ist, müssen Menschen mit Psoriasis die Aufklärung ihres Umfelds oftmals selbst in die Hand nehmen. Am einfachsten gelingt dies durch einen offenen Umgang mit der Krankheit. Das betrifft sowohl Familie und Freunde als auch Arbeitskollegen oder alltägliche Begegnungen auf der Straße. Die Bedenken des Gegenübers lassen sich in vielen Fällen durch ein freundliches Lächeln, den Hinweis, dass die Erkrankung nicht ansteckend ist, und ein offenes Gespräch zerstreuen. Das gibt Ihnen z. B. Gelegenheit zu erklären, dass es sich bei der Schuppenflechte um eine entzündliche Immunerkrankung handelt, ähnlich wie bei Asthma oder Rheuma.

 

Infografik – Wie hängen Plaque-Psoriasis / Psoriasis-Arthritis und die Psyche zusammen?

Weitere Informationen zum Thema “Wie hängen Plaque-Psoriasis / Psoriasis-Arthritis und die Psyche zusammen?” finden Sie zusammengefasst in der folgenden Infografik:

Infografik Stress

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Tipps zum Umgang mit Psoriasis und zur Stressbewältigung

Um gar nicht erst in den gefährlichen Teufelskreis – Psoriasis durch Stress – Stress durch Psoriasis – zu geraten, sollten Patienten folgende Tipps beachten:

  • Erfahrungsaustausch: Hemmungen, über die eigene Erkrankung zu sprechen, sind normal – hier können Selbsthilfegruppen oder auch Online-Foren eine große Hilfe sein. Im Gespräch mit anderen Patienten können Sie positive wie negative Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig Kraft geben und Mut zusprechen. Zudem lassen sich über soziale Medien unter Umständen leichter Kontakte knüpfen (siehe auch Erfahrungen mit Schuppenflechte).
  • Psychotherapie: Bei starken seelischen Beschwerden kann eine Psychotherapie helfen. Ein ausgebildeter Psychotherapeut kann Sie dabei unterstützen, den psychischen Leidensdruck zu lösen und kann Tipps geben, wie Sie mit der Erkrankung besser umgehen können.
  • Ruhephasen: Nehmen Sie sich täglich eine Auszeit vom Alltag, in der Sie sich entspannen – zum Beispiel mit Musik, einem Buch oder einer Tasse Tee.
  • Stressbewältigung: Bleiben Sie aktiv und treiben Sie Sport. Von Yoga bis Walken ist alles möglich, was Sie nicht zu sehr ins Schwitzen bringt. Viele Krankenkassen bieten Kurse wie autogenes Training an und übernehmen sogar die Kosten bis zu 80% pro Kurs. Fragen Sie am besten bei Ihrer Krankenkasse nach Angeboten für Sportkurse und Höhe der Kostenübernahme. Weitere Tipps zu Psoriasis und Bewegung finden Sie unter „Aktiv bleiben mit Psoriasis”. Wenn Sie sich für Sport nicht fit genug fühlen, können auch leichte Tätigkeiten wie Gartenarbeit oder Bastelarbeiten Stress abbauen. Tun Sie in jedem Fall das, was Ihnen Spaß macht.
  • Reha: Eine mehrwöchige Reha-Kur kann ebenfalls den psychischen Stress verringern. Raus aus dem Alltag und unter „Leidensgenossen“ finden viele Patienten neue Kraft für den Lebensalltag.

Wenn Sie einen Zusammenhang zwischen psychischem Stress und Ihrer Psoriasis erkennen oder sich häufig niedergeschlagen oder antriebslos fühlen, sollten Sie das Thema mit Ihrem Arzt besprechen.

Erfahren Sie auch mehr über die Möglichkeiten der Schuppenflechte-Behandlung sowie zur Psoriasis-Arthritis-Behandlung.

 

Quellen

1 França, Katlein, Jafferany, Mohammad (Hrsg.) (2016) Stress and Skin Disorders: Basic and Clinical Aspects. Springer Verlag.