Dass Rauchen der Gesundheit schadet, weiß vermutlich jeder. Jedoch wissen die wenigstens, dass Rauchen auch eine Psoriasis-Erkrankung begünstigen und sogar auslösen kann.

Zigarettenkonsum: ein möglicher Auslöser für die Plaque-Psoriasis

Die Ursachen der Schuppenflechte (Plaques-Psoriasis) sowie der Psoriasis-Arthritis konnten noch nicht umfassend geklärt werden. Man geht jedoch davon aus, dass das Zusammentreffen von genetischer Veranlagung mit einem Auslösereiz, dem sog. Trigger, einen Entzündungsprozess in Gang setzt, der dann einen chronischen Verlauf nimmt. Diese Trigger verursachen vermutlich auch erneute Krankheitsschübe (siehe auch Schuppenflechte Ursachen).

Zu den Triggern zählen neben Stress, Alkoholkonsum, hormonellen Schwankungen, Infektionskrankheiten und bestimmten Medikamenten auch das Rauchen. Daher kann das Rauchen ein Auslöser für einen Psoriasis-Schub sein.1

 

Weitere Auswirkungen des Tabakkonsums

Rauchen und PsoriasisTabakrauch wirkt stark entzündungsfördernd. Die Psoriasis zählt zu den Autoimmunerkrankungen, bei der sich das Immunsystem mit einer Entzündungsreaktion gegen den eigenen Körper richtet. Die Förderung der Entzündung durch das Rauchen kann die Schuppenflechte weiter befeuern und Krankheitsschübe auslösen.

Darüber hinaus wird durch das Rauchen die Haut schlechter durchblutet und die Sauerstoffversorgung eingeschränkt, wodurch die Regeneration verzögert wird. Entzündungen heilen also schlechter und ein Krankheitsschub kann so länger andauern.

 

Rauchen beeinflusst die Therapie

Psoriatiker nehmen häufig Medikamente zu sich, die entzündungshemmende Wirkungen haben und so die Krankheit im Zaum halten sollen (siehe auch Schuppenflechte Behandlung). Diese Wirkung kann durch den entzündungsfördernden Zigarettenkonsum wieder aufgehoben werden. Somit kann das Rauchen die Wirkung von Medikamenten sogar einschränken.2

 

Aufhören lohnt sich

Um ihren Krankheitsverlauf in positive Bahnen zu lenken, sollten Psoriasis-Patienten besser mit dem Rauchen aufhören.

Ein weiterer Grund: Psoriasis-Patienten leiden oft unter Begleiterkrankungen. Dazu gehören neben Diabetes auch Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die durch das Rauchen ebenfalls begünstigt werden und so die Gesundheit weiter belasten.

Hören Patienten mit dem Rauchen auf, kann dies nicht nur positive Auswirkungen auf ihre Psoriasis-Erkrankung haben, sondern auch das Risiko für Begleiterkrankungen minimieren. Darüber hinaus kann der Rauchstopp weitere Vorteile für bspw. die Lungenfunktion, Krebsrisiko und Lebensqualität mit sich bringen.3

 

Infografik – Rauchfreiheit – Vorteile

Weitere Informationen zum Thema “Vorteile der Rauchfreiheit” finden Sie zusammengefasst in der folgenden Infografik:

Infografik rauchfrei

Download

 

So kann der Rauchausstieg klappen

Ist der Entschluss für den Rauchstopp gefasst, sollte er gut vorbereitet werden, um einen schnellen Erfolg zu erzielen. Mit folgenden Tipps klappt der Rauchausstieg:

  • Legen Sie einen bestimmten Tag fest, an dem Sie aufhören.
  • Entsorgen Sie alle Zigaretten und Dinge, die Sie zum Rauchen benötigen oder die Sie daran erinnern. Dazu gehören unter anderem Aschenbecher, Feuerzeuge und Streichhölzer.
  • Verbannen Sie den Rauchgeruch aus Ihrer Umgebung und waschen Sie alle Dinge, die nach Rauch riechen.
  • Vertrauen Sie sich einer Bezugsperson an. Weiß jemand über Ihr Vorhaben Bescheid, kann er Sie unterstützen, wenn Sie das Verlangen plagt.
  • Gehen Sie in sich und überlegen Sie, in welchen Situationen Sie zur Zigarette greifen. Schaffen Sie für diese Situationen einen Ausgleich.
  • Lenken Sie Ihre Hände ab. Vielen Rauchern fehlt das Gefühl der Zigarette in der Hand. Greifen Sie zum Beispiel zu einem Anti-Stress-Ball, um Ihre Hände zu beschäftigen.

Viele Patienten haben Angst vor einer Gewichtszunahme durch den Rauchstopp. Da Übergewicht wiederum einen negativen Einfluss auf die Psoriasis hat, sollte dieser vermieden werden. Eine Gewichtszunahme ist allerdings nicht zwingend eine Folge des Rauchentzugs. Tabakrauch regt zwar den Stoffwechsel an und zügelt den Appetit, Sie können allerdings der Gewichtszunahme entgegenwirken beispielsweise durch leichte sportliche Bewegung, eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und eine ausgewogene Ernährung (siehe auch Ernährung bei Schuppenflechte).

Viele Nichtraucher greifen öfter zu Süßigkeiten, um sich abzulenken. Greifen Sie stattdessen gesunde Snacks, wie Gemüsesticks oder Obst.

Die Vorteile des Rauchausstiegs für Psoriasis-Patienten sind offenkundig. Setzt die Belastung durch Zigaretten aus, ist es möglich, dass Medikamente wieder besser wirken und Psoriasis-Schübe in ihrer Häufigkeit und Dauer abnehmen.

 

Quellen

1 Psoriasis: Ursachen und Therapie der Schuppenflechte. Matthias Augustin, Erwin Schöpf, C.H.Beck (1999).
2 Psoriasis: Diagnosis and Management. Wolfram Sterry, Robert Sabat, Sandra Philipp (Hrsg.), Wiley-Blackwell (2014).
3 Das Rauchen: Genuß und Risiko. J.von Troschke, Springer-Verlag (2013).