Ist Schuppenflechte ansteckend?

Nein, Schuppenflechte ist eine nicht ansteckende, chronische Erkrankung. Sie zeigt sich vorrangig auf der Haut, ist aber eine Autoimmunkrankheit, die auf eine Entzündung im ganzen Körper zurückgeht.

Wird Schuppenflechte durch mangelnde Hygiene oder durch zu vieles Waschen ausgelöst?

Nein, Schuppenflechte ist eine genetisch bedingte Erkrankung. Allerdings ist bei Betroffenen die Haut generell trocken und empfindlich, so dass sie täglich eine unterstützende Pflege benötigt. Durch die schnellere Teilung der Hautzellen und die Entzündung im Körper kommt es zu Verdickungen und Schuppungen. Als Basistherapie kommen spezielle Cremes, Lotionen und Salben zum Einsatz, um die Symptome zu lindern. Günstig für Menschen mit Schuppenflechte sind Reinigungs- und Pflegeprodukte ohne Parfüme und Alkohole. Erfahren Sie mehr unter Hautpflege bei Schuppenflechte.

Sind Frauen und Männer gleichermaßen betroffen?

Ja, epidemiologische Studien zeigen, dass Frauen und Männer gleich häufig betroffen sind. Erfahren Sie mehr unter Schuppenflechte.

Wird Schuppenflechte vererbt?

Jein, Schuppenflechte ist eine genetisch bedingte Erkrankung. Das heißt bestimmte Gene können den Ausbruch der Krankheit begünstigen. Aber nicht jedes Kind eines betroffenen Elternteils leidet automatisch auch an Psoriasis. Ob es zu einer Erkrankung kommt hängt auch von äußeren Faktoren ab. Informieren Sie sich zu den auslösenden Faktoren unter Schuppenflechte Ursachen.

Ist Schuppenflechte heilbar?

Nein, Psoriasis ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die eine lebenslange Therapie erfordert. Es gibt zwar unter Umständen symptomfreie Zeiten, auf die aber meist wieder zum Teil starke Schübe folgen. Selbst in der beschwerdefreien Zeit sollte eine Therapie nicht unterbrochen werden. Die Entzündungsreaktion, die der Schuppenflechte zu Grunde liegt, begleitet Sie üblicherweise ein Leben lang. Die genauen Ursachen für die Psoriasis sind bis heute noch nicht abschließend geklärt.

Wie wird Schuppenflechte behandelt?

Es steht eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Gerade in den letzten Jahren sind viele moderne Medikamente entwickelt worden, die die Bandbreite der Schuppenflechte-Therapie erweitern. Je nach Schweregrad der Psoriasis (leicht versus mittelschwer bis schwer) stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Bei milder Ausprägung der Psoriasis kommen vor allem äußerliche (topische) Therapien zum Einsatz (Salben, Cremes, Lotionen). Innerliche (systemische) Therapien (Tabletten oder Spritzen) finden in der Regel erst ab einer mittelschweren Psoriasis Anwendung. Manche Symptome sind allerdings so schwerwiegend oder schränken die Lebensqualität so massiv ein, dass eine eigentlich milde Form der Psoriasis als mittelschwer eingestuft werden kann.

Eine Rolle bei der Therapiewahl spielen auch Begleiterkrankungen (Diabetes, Bluthochdruck, chronische Darmerkrankung o.ä.), ob Sie weitere Medikamente einnehmen oder an Unverträglichkeiten leiden. Welche Therapiemöglichkeiten für Sie in Frage kommen, erklärt Ihnen Ihr Facharzt. Sie entscheiden gemeinsam mit dem Dermatologen, auch in Anbetracht der Symptome die Sie besonders belasten, welche Therapie am besten zum Einsatz kommt.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Therapie, Wirkverlust oder Nebenwirkungen, ihre Behandlungswünsche und auch Ihren Alltag, in den die Therapie passen muss.

Was, wenn eine Therapie nicht anschlägt?

Nicht jedes Medikament wirkt bei jedem Patienten gleich gut. Und manche Therapien benötigen eine längere Zeit, bis sie eine spürbare bzw. sichtbare Wirkung entfalten. Auch gibt es Unterschiede in den persönlichen Therapiezielen. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Medikament richtig wirkt bzw. unter einem Wirkungsverlust oder Nebenwirkungen leiden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Mit Ihm gemeinsam können Sie Therapiealternativen erörtern.

Kann ich von einer Lichttherapie Krebs bekommen?

Setzen wir unsere Haut längere Zeit ungeschützt der Sonne aus, kann dies das Risiko für Hautkrebs erhöhen. Auch die Bestrahlung mit PUVA bei Schuppenflechte kann zu einem erhöhten Risiko für Krebs führen. Deshalb fängt die Lichttherapie im Üblichen mit geringen Dosen und Bestrahlungszeiten an, die im Verlauf der Behandlung gesteigert werden. Die Lichttherapie mit UV-Licht wird außerdem nicht durchgängig angewendet, sondern ist von langen Pausen durchsetzt. Auch wird ein Limit an Bestrahlungen pro Jahr festgesetzt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Bedenken und gehen Sie regelmäßig zur Kontrolle beim Hautarzt (Muttermale etc.). Teilen Sie Ihrem behandelnden Arzt auch mit, wenn es bereits Krebsfälle in Ihrer Familie gibt.

Kann ich mit Schuppenflechte schwanger werden?

Ja, ein Kinderwunsch kann auch mit Schuppenflechte gelebt werden. Wenn Sie eine Schwangerschaft planen, sollten Sie allerdings sehr früh mit ihrem Arzt darüber sprechen. Viele Medikamente müssen vor der Schwangerschaft abgesetzt werden, da sie sonst den Fötus schädigen können oder auch später über die Muttermilch negative Auswirkungen auf das Baby haben. Daher müssen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt abklären, ob und wie lange vor der geplanten Schwangerschaft Ihr Medikament abgesetzt werden muss.

Wieso juckt die Haut und was kann ich dagegen tun?

Der Juckreiz (Pruritus) bei Psoriasis ist noch nicht flächendeckend erforscht. Früher ging man davon aus, dass nur eine Neurodermitis juckt, eine Schuppenflechte jedoch nicht. Heute weiß man, dass eine Vielzahl von Patienten mehr unter dem Juckreiz leidet als an den sichtbaren Plaques. Gegen den Juckreiz können bspw. kühlende Gels und Wickel helfen. Wichtig ist aber auch, dem Juckreiz mit Entspannung (bspw. Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Mediation, Yoga) und Ablenkung (Sport) entgegenzutreten. Führen Sie ein Juckreiz-Tagebuch, um zu festzuhalten, wann der Juckreiz auftritt oder wann er besonders stark ist. Außerdem sollten Sie es vermeiden zu kratzen, denn durch Kratzen verstärkt sich die Bildung von Plaques (Köbner Phänomen). Konsequente tägliche Hautpflege und die richtige Kleidung können ebenfalls helfen, den Juckreiz zu mindern. Bei der systemischen Therapie gibt es Medikamente, die bereits nach zwei Wochen den Juckreiz merklich lindern können.

Entwickle ich unter eine Psoriasis automatisch auch eine Gelenkerkrankung?

Bis zu 30% der Patienten mit einer Schuppenflechte der Haut entwickeln – meist ca. 10 Jahre nach Ausbruch der Psoriasis – auch eine Psoriasis-Arthritis. Vorboten einer Gelenkerkrankung können u.a. Kopf- und Nagel-Psoriasis sein. Sobald Sie Schmerzen oder Schwellungen in den Knien, Ellenbogen, Fingern oder Zehen bemerken, lassen Sie bitte die Ursache beim Rheumatologen abklären.

Gibt es spezielle Hautärzte nur für die Psoriasis?

Ja, es gibt Dermatologen, die eine Zusatzausbildung für die Psoriasis absolviert haben: zertifiziert von der Deutschen Dermatologischen Akademie (DDA) der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG). Experten lassen sich auch über die Arztsuche des Deutschen Dermatologen Verbandes finden: http://www.bitteberuehren.de/der-richtige-hautarzt/. Generell können Sie aber jeden Hautarzt aufsuchen.

Kann ich wegen Schuppenflechte gekündigt werden?

Eine Schuppenflechte und auch eine Psoriasis-Arthritis sind nicht heilbar, lassen sich aber gut behandeln. Mit der geeigneten Therapie müssen Sie sich meist kaum einschränken. Juckreiz, Schmerzen, Bewegungseinschränkungen bei Hand-Fußbeteiligung und einer Psoriasis-Arthritis können dennoch den Arbeitsablauf und ggf. die Arbeitsleistung beeinträchtigen. Holen Sie sich Hilfe beim Facharzt und erwägen Sie auch eine Rehabilitationsmaßnahme. Eine Berufsunfähigkeit wegen Psoriasis lässt sich in der Regel bei einer guten Therapie vermeiden bzw. lange hinauszögern. Lassen Sie sich bspw. auch vom Betriebsrat oder der Sozialstation einer Klinik beraten, welche Möglichkeit Sie haben, Ihren Arbeitsplatz zu sichern, umzuschulen oder Ihren Arbeitsalltag mit geeigneten Hilfsmitteln zu erleichtern. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Sprechen Sie aktiv mit Ihrem Dermatologen über geeignete Therapieoptionen.

Infografik – Fakten zu Psoriasis und Psoriasis-Arthritis

Weitere Informationen zum Thema “Fakten zu Psoriasis und Psoriasis-Arthritis” finden Sie zusammengefasst in der folgenden Infografik:

Infografik Facts der Psoriasis

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