Dr. Johannes erklärt in zwei Kurz-Videos die Erkrankung und die Therapie der Psoriasis und Psoriasis-Arthritis.

 

Was ist Schuppenflechte?

 
 
Das Gute an den modernen Systemtherapien zur Behandlung der Schuppenflechte (Psoriasis) ist, dass sie ganzheitlich wirken, um die Entzündung dieser Autoimmunerkrankung zu stoppen, und im Allgemeinen weniger Nebenwirkungen haben als herkömmliche Therapien. Die Medikamente, die in den letzten rund fünf Jahren auf den Markt gekommen sind, verbessern in der Regel schnell den Juckreiz, mildern die geröteten und schuppenden Hautveränderungen (Plaques) am Körper und auf der Kopfhaut, wirken auf die Nagel-Psoriasis und helfen bei Gelenkproblemen, bspw. bei geschwollenen und schmerzenden Knie und Ellenbogen, eingeschränkter Beweglichkeit v.a. im unteren Rücken, bei den sogenannten Wurstzehen und -fingern (Daktylitis) und Entzündungen der Sehnenansätze (Enthesitis). Allerdings wirken nicht alle Medikamente gleichzeitig auf die Schuppenflechte der Haut und der Gelenke (Psoriasis Arthritis). Welche Therapie bei der leichten und bei der mittelschweren/schweren Psoriasis am besten geeignet ist, entscheidet der Facharzt für Dermatologie bzw. Rheumatologie.

 
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Welt-Psoriasis-Tag:
Aktuelle Informationen zu Patiententagen rund um den Welt-Psoriasis-Tag 2017 finden Sie hier:
www.patiententage-schuppenflechte.de

 
 

Wie kann Schuppenflechte behandelt werden?

 
 

Mögliche Wirkstoffe zur Behandlung der Schuppenflechte
Topische Therapie (äußerlich) – Leichte Formen

  • Balneotherapie (Bäder mit Salz und/oder anderen Wirkstoffen),
    üblicherweise in Kombination mit Licht-/Phototherapie (UV-B-Licht, Laser, PUVA)
  • Calcineurin-Inhibitoren
  • Dithranol
  • Glukokortikoide (Kortison)
  • Hornlösende Substanzen (bspw. Urea Harnstaoff, Salicylsäure)
  • Retinoid Tazaroten
  • Vitamin D3 und Vitamin-D3-Abkömmlinge
 
Systemische Therapie (innerlich) mittelschwere-schwere Formen

  • Ciclosporin
  • Methotrexat (MTX)
  • Fumarsäureester
  • PDE-Hemmer
  • Biologika
 
 Psoriasis Arthritis Tabelle

 

Globaler Psoriasis-Report: eine Zusammenfassung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in diesem Jahr einen internationalen Bericht zur Psoriasis herausgegeben, in dem u.a. die Erwartungen an eine verbesserte Therapie der Schuppenflechte aufgelistet sind. Dazu gehört, dass der Mensch ganzheitlich behandelt werden soll, nicht nur die Haut. Denn durch die sichtbaren Haut- und Gelenkveränderungen werden Betroffene oftmals stigmatisiert und ausgegrenzt. Die Behandlung der Schuppenflechte soll alle Symptome der Erkrankung langfristig lindern, dabei möglichst wenige Nebenwirkungen zeigen und zur Lebenssituation der Patienten passen. Die Therapie soll effektiv und sicher sein. Dafür ist gemeinsam mit dem Arzt eine Risiko-Nutzen-Abwägung zu erstellen, die sich an dem Schweregrad der Schuppenflechte, dem persönlichen Leidensdruck der Betroffenen, Begleiterkrankungen und Co-Medikation orientiert. Besonderes Augenmerk sollte auf die besonderen Belastungen wie Juckreiz oder Nagel-Psoriasis gelegt werden. Patienten, die an einer Schuppenflechte der Nägel leiden, haben zusätzlich ein erhöhtes Risiko auch eine Schuppenflechte der Gelenke zu entwickeln, eine sogenannte Psoriasis-Arthritis. Die Weltgesundheitsorganisation fordert außerdem, dass die Therapie wenig Monitoring erfordern soll, d.h. wenig Screenings (z.B. auf Tuberkulose), wenig Laborkontrollen o.ä. Hier können vor allem niedermolekulare Verbindungen (small molecules), also kleine Moleküle beispielsweise in Tablettenform, die gezielt die entzündungsfördernden Botenstoffe in den Zellen regulieren, ein weiterer Schritt zur erfolgreichen Therapie sein. Welches Medikament für den einzelnen Patienten geeignet ist, weiß der Facharzt für Dermatologie bzw. Rheumatologie.

 

Global report on psoriasis,.World Health Organization, ISBN 978 92 4 156518 9

 

Bild vom Report