Auf die richtige Unterstützung kommt es an

Schuppenflechte und Psoriasis-Arthritis wirken sich nicht nur auf das Leben der Patienten aus, sondern auch auf Partner, Freunde und Familie. Aus Scham ziehen sich viele Psoriatiker zurück und versuchen, die betroffenen Körperpartien zu verbergen. Dieser Rückzug kann die zwischenmenschlichen Beziehungen belasten.

Ausgrenzung vermeiden

Sozialer Stress bei PsoriasisViele Psoriatiker mussten es wohl schon erleben: Verstohlene Blicke auf sichtbare Hautveränderungen, Getuschel oder gerümpfte Nasen. Aus Angst vor Ansteckung oder in der Annahme, der Betroffene nehme es mit der Körperhygiene nicht so genau, reagieren viele Menschen aus Unwissenheit negativ. Solche Begegnungen können das Selbstbewusstsein von Psoriatikern schwächen. Die Probleme können sogar Depressionen, Schlaflosigkeit oder Alkoholismus führen.

Als Angehöriger sollten Sie als Erstes wissen: Die Psoriasis ist eine chronische Erkrankung und nicht ansteckend!

Versuchen Sie, den Betroffenen den Rücken zu stärken – mit der Geborgenheit in der Familie, der Liebe eines Partners oder mit dem Gemeinschaftsgefühl in einem Freundeskreis.1

Partner

Für eine Ehe oder Partnerschaft bringt die Erkrankung häufig Herausforderungen mit sich. Vor allem bei akuten Schüben möchten viele Psoriatiker die betroffenen Hautstellen nicht gerne zeigen oder dort berührt werden und ziehen sich zurück.

„Man mag sich selbst nicht ansehen und kann dann eben auch nicht glauben, dass es den anderen nicht stört.“ (Betroffener im Forum psorias-netz.de.)2

Das führt bei vielen betroffenen Paaren zu Problemen in der Sexualität und wirkt sich auf die gesamte Beziehung aus. Für den Partner kann es schwer sein, das abweisende Verhalten nicht auf sich oder die Partnerschaft zu beziehen. Sie sollten jedoch wissen, dass diese Verhaltensweisen bei Psoriatikern nicht selten sind. Hier sind Rücksichtnahme, viel Geduld und Einfühlungsvermögen gefragt.

„Ich mochte es gar nicht, wenn mich jemand dort (Plaques) berührte aber meine Frau hat nicht locker gelassen und mir immer wieder gezeigt, dass sie meine Krankheit nicht stört und mittlerweile hab’ ich auch kein Problem mehr wenn sie mich dort berührt.“ (Betroffener im Forum psorias-netz.de.)

„Richtig ist in jedem Fall immer, dass du ihm zeigst, wie sehr du ihn liebst und dass die Liebe nicht am Zustand seiner Haut bemessen wird, sondern an seiner gesamten Persönlichkeit. An alles andere musst du dich wohl langsam herantasten.“ (Lebensgefährtin im Forum psorias-netz.de.)

Weitere Tipps zum Thema Beziehung und Sexualität bei Schuppenflechte finden Sie unter „Psoriasis und Partnerschaft“.

Familie

Als Familie sollten Sie Ihrem Angehörigen einen liebevollen Ort bieten, an dem er sich wohl fühlt und an dem er sich auch mal zurückziehen kann. Häufig ist der Umgang mit den Betroffenen ein kleiner Balanceakt zwischen zu viel und zu wenig Aufmerksamkeit. Bieten Sie Hilfe und ein offenes Ohr an, ohne die Person zu bedrängen oder die Krankheit stets in den Mittelpunkt zu rücken.

„Dass ich mittlerweile von allen möglichen Verwandten teure Pflegeprodukte zum Geburtstag und Weihnachten geschenkt bekomme, nervt mich beispielsweise. Mir ist klar, dass sie das gut meinen, aber ich fühle mich dadurch auch irgendwie auf die Pso reduziert.“

„Hab ein bisschen Geduld und ansonsten schließe ich mich an – nicht verschweigen oder das Thema (oder die Haut) meiden, aber auch nicht ständig auf den Tisch bringen.“ (Betroffene im Forum psorias-netz.de.)

Psoriasis-Patienten leiden häufig an Berührungsmangel. Lässt Ihr Angehöriger Berührungen zu, kann neben einem guten Gespräch eine herzliche Umarmung wahre Wunder bewirken und emotionalen Stress lösen.

„Mir geht es auch oft so, dass ich die Stellen selbst besser akzeptieren kann, wenn sie von anderen berührt werden. Es nimmt mir das Gefühl, “aussätzig” zu sein.“ (Betroffene im Forum psorias-netz.de.)

Freundeskreis

Wenn Sie als Freund oder Bekannter das Thema Psoriasis komplett meiden, kann bei Betroffenen schnell das Gefühl aufkommen, dass es Sie nicht interessiert oder noch schlimmer, dass Sie Probleme mit der Krankheit haben. Fassen Sie Mut und räumen Sie Unsicherheiten und Missverständnisse in einem offenen Gespräch aus. Nach solch einer Unterhaltung steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Ihr Freund mit Problemen, zum Beispiel in der Partnerschaft, an Sie wendet – ein echter Vertrauensbeweis. Und auch hier gilt: Eine freundschaftliche Umarmung ist sehr viel Wert!

 

Informieren Sie sich über Psoriasis und Therapien

Egal ob Partner, Familie oder Freunde: Ein gutes Basiswissen über die Schuppenflechte und ihre Symptome kann Ihnen dabei helfen, die betroffene Person besser zu verstehen. Auf diese Weise können Sie besser nachvollziehen, wieso der Betroffene manchmal zum Einzelgänger wird oder warum er öfters Stimmungsschwankungen hat. Zudem qualifizieren Sie sich als guter Ansprechpartner, der zumindest theoretisch weiß, worum es geht, und mit dem der Betroffene offen sprechen kann, ohne viel erklären zu müssen.

So können Sie auch in der Therapie eine große Stütze sein. Nehmen Sie sich Zeit und setzen Sie sich zusammen über seine Therapiemöglichkeiten auseinander oder begleiten Sie ihn zu Arztterminen. Leben Sie mit einem Betroffenen zusammen, kann die Kenntnis über seine Therapie sehr hilfreich sein. Dadurch ermutigen Sie ihn, seine Schuppenflechte-Behandlung und die Basis-Therapie (siehe Hautpflege Schuppenflechte) konsequent durchzuziehen. Denn eine kontinuierliche Therapie trägt zur Linderung von Krankheitsschüben bei oder kann dabei helfen, Ausbrüche zu verhindern.3

Informieren Sie sich also umfassend zum Thema Schuppenflechte und Psoriasis-Arthritis.

Unter weiterführende Links haben wir Ihnen zudem Vereine, Foren und Selbsthilfegruppen aufgelistet.

 

Quellen

1 Verein www.Psoriasis-Netz.de. https://www.psoriasis-netz.de/. Abgerufen im März 2017 von https://www.psoriasis-netz.de/community/
2 Mrowietz, U., & Schmid-Ott , G. (2011). Schuppenflechte: was Sie schon immer über Psoriasis wissen wollten. Karger Medical and Scientific Publishers.
3 PSO aktuell. (2013). Der Ratgeber bei Schuppenflechte. Ratgeber.